Jan Raisch

Bitte ergänzen Sie die Angaben.

30.09.13

Jemanden wirklich hören, wenn Sie zuhören

Drei Stufen aktiven Zuhörens, um Ihr Gegenüber wirklich zu verstehen.

Im englischen Sprachgebrauch werden für das Hören zwei Verben verwendet: „to listen“ und „to hear“. Das eine beschreibt ein Zuhören, das andere ein bloßes Hören. So kommt es vor, dass ein sich unverstanden fühlender Mensch in einer Unterhaltung dem Gesprächspartner vorwirft: „You listening, but you don`t hear me!“ 

Was damit gemeint ist, ist jedem klar der sich schon einmal von seinem Gesprächsgegenüber missverstanden gefühlt hat. „Hear“ wird hier im Sinne von verstehen der Intention, von Empathie und der Fähigkeit sich in den Anderen hinein zu versetzen, gebraucht. Das ist erreichbar, und zwar durch ein AKTIVES ZUHÖREN.  Ein aktives Zuhören kann dabei helfen dem Kommunikationspartner zu signalisieren, dass man sich bemüht, ihn zu verstehen.  Das aktive Zuhören bereitet die Basis, auf der gegenseitiges Verstehen und ein transparenter Austausch auf allen Ebenen möglich wird.  Wer aktiv zuhört bemüht sich, seinem Gegenüber einfühlend zu zuhören, sich in die momentane Gedankenwelt des Anderen zu fühlen, ihn ganzheitlich zu verstehen. Als aktiver Zuhörer versuchen Sie die Perspektive Ihres Gesprächspartners zu erkennen, Sie vermitteln ihm: „Ich habe verstanden was Du sagst, und darüber hinaus weiß ich auch wie Du es meinst und wie Du Dich dabei fühlst!“  Ein aktives Zuhören ist Ihnen grundlegend immer möglich, wenn Sie tatsächliches Interesse für den Gesprächspartner haben und zudem  Aufnahmefähigkeit besitzen, das heißt auch die Zeit haben wirklich aufnahmefähig zu sein. Während des Gesprächs lässt sich dann ein aktives Zuhören stufenartig beschreiben. Drei Stufen sind hierbei unterscheidbar:  

1. Die Beziehungsebene

Stellen Sie sicher, dass Sie wirklich aufmerksam sein können. Sorgen sie für Störquellenminimierung: Telefone lautlos, keine anderen Personen, keine Musik…Signalisieren Sie Ihrem Partner auf der Beziehungsebene, dass Sie bereit sind. Blickkontakt und so genannte Telefonlaute wie „Ja“ oder „Aha“ vermitteln Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Partner fühlt sich angenommen.  

2. Das inhaltliche Verständnis

Hier findet Ihr eigentliches aktiv sein im Zuhören statt. Fassen Sie die Kernaussagen, und nur diese, Ihres Partners zusammen. Alle zwei Sätze etwas zusammen zu fassen wirkt mechanisch und nicht authentisch.  Durch die Kurzzusammenfassung signalisieren Sie ständig Ihre Aufmerksamkeit und überprüfen gleichzeitig das inhaltliche „Verstanden-Haben“ der Aussagen des Anderen.  

3. Die Emotionen verbalisieren

Die Herausforderung liegt hier im „dem Anderen aus seinem Inneren zu sprechen.“ Versuchen Sie die verbalen und non-verbalen Gefühlsausdrücke des Anderen in Worte zu fassen. Im eigentlichen betreiben Sie in diesen Momenten dann eine Emotion-Interpretation. Und keine Angst davor, denn selbst wenn Sie nicht immer richtig liegen und der Gesprächspartner sie berichtigt, klär sich in diesen Momenten die Gefühlslage des Gegenübers zu Ihrem besseren Gesamtverständnis.  Ihre Verbalisierung des Anderen Emotionen gibt dem Partner auch die Möglichkeit seine Gefühlswelt quasi unmittelbar und live zu reflektieren.  Die positive Wirkung eines aktiven Zuhörens ist für Sie immer nutzbar, ob privat oder im Berufsleben. Sie geben Ihren Partnern in Kommunikation damit ein Gefühl von verstanden werden und das sowohl auf inhaltlicher als auch auf emotionaler Ebene. Doch eine Vorsicht ist geboten: Zuhören heißt noch lange nicht zustimmen! Beachten Sie, dass Sie trotz Ihrer Empathie und Ihrem mehrdimensionalen Einfühlungsvermögen durch die Perspektivenübernahme, Ihren eigenen Standpunkt nicht verlieren. Aktives Zuhören ist wie gesagt immer möglich, ganz gleich ob in Informationsgesprächen oder hitzigen Diskussionen. Wichtig dabei ist jedoch, sich und seine inneren Überzeugungen nicht über Bord zu werfen. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche und mit spannenden Gesprächen gespickte Woche! 

Bild: g-stockstudio @ iStock.com 

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