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31.05.10

Empathie - "use it or lose it"

Die Fähigkeit der Empathie und wie sie in der heutigen Gesellschaft verschwindet.

Empathie (Einfühlungsvermögen) ist die Fähigkeit, sich in die Gedanken und Gefühle von anderen hineinzuversetzen, Sichtweisen und Perspektiven wahrzunehmen und zu verstehen.

Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort "empatheia" für "Einfühlung" ab. Entscheidend ist dabei, die Gedanken, Aussagen und Emotionen des anderen für einen kurzen, bewussten Moment selbst zu erleben. Empathie ist die Wahrnehmung des anderen, ohne Bewertung, ohne die eigene Perspektive oder eine pseudo-rationale oder pseudo-objektive Sichtweise. 

Empathie unterscheidet sich auch von Mitgefühl. Mitgefühl ist bereits eine Wertung, wenn auch (meistens) eine positive. Wenn wir unser Gegenüber in seiner Not, Freude oder Naivität verstehen und seine Weltsicht erleben sind wir empathisch. Interessant sind dazu auch Erkenntnisse aus der Hirnforschung über Spiegelneuronen. Bewegung, Mimik oder Körpersprache von anderen werden von unserem Gehirn entschlüsselt, dabei entsteht in unserem Gehirn ein Spiegelbild von dem, was wir sehen. Dadurch werden spezifische Spiegelneuronen aktiv, die die entsprechenden Gefühle zum Schwingen bringen. Spiegelneuronen übertragen also den gleichen Zustand der beobachtenden Person. Wesentlich für diesen Prozess ist es allerdings, jemanden zu sehen - am Telefon oder per Email funktioniert es nicht.  

Einfühlungsvermögen ist ein elementares Soft Skill. Ein Mangel an Einfühlungsvermögen kommt in der Wahrnehmung vieler Menschen einem Mangel an Menschlichkeit gleich. "Laut einer Studie der University of Michigan sind amerikanische Studenten heute weniger fähig zur Empathie als das früher der Fall war. Die Untersuchung beleuchtet einen Zeitraum von 30 Jahren. "Wir haben die größte Abnahme an Einfühlsamkeitsvermögen nach dem Jahr 2000 festgestellt," sagt Sara Konrath, eine Wissenschaftlerin am Institut für Sozialforschung an der University of Michigan. Standard-Tests hätten ergeben, dass College-Schüler heute über 40 Prozent weniger einfühlsam seien als ihre Kollegen vor 20 oder 30 Jahren." Zeit.de  "Use it or lose it" (nutze oder verliere sie) heißt das Motto der Forscher, das auf alle Nervenzellsysteme zutrifft, die Spiegelneuronen nicht ausgenommen. Wer sein Einfühlungsvermögen also verbessern möchte, sollte in drei Bereichen trainieren: 

1. Die Fähigkeit der Wahrnehmung  verbessern, Menschen zuhören, deren Motive und Beweggründe erfahren 

2. Die Sinneswahrnehmung bezüglich der Körpersprache der Mitmenschen schärfen  

3. Beurteilungen so weit wie möglich vermeiden, bzw. die eigene und die fremde Bewertung bewusst auseinanderhalten   

empathie
spiegelneuronen
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20.12.17

Achtsamkeit statt guter Vorsätze

Wahre Veränderungen werden nicht von äußeren Anlässen, sondern durch innere Achtsamkeit geleitet. Was ist Achtsamkeit und wie können wir diese erlernen?

Die Jahreswende steht wieder vor der Tür und seien wir ehrlich: Das Ritual der Vorsätze um Neujahr klappt doch nur in den seltensten Fällen. Wir möchten gesünder leben, fitter sein und an unseren Zielen festhalten. Doch oftmals ist schon nach wenigen Wochen der Alltagstrott an die Stelle der Vorhaben getreten.  Wahre Veränderungen werden nämlich nicht von äußeren Anlässen, sondern durch innere Achtsamkeit geleitet. 

Dies liegt meistens an der Motivation. Wir können hier zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation unterscheiden. Bei der Umsetzung neuer Strategien und Lösungen ist ein Jahreswechselritual wenig hilfreich, weil das Ritual von außen auf uns einwirkt. Das Ankurbeln einer achtsamen Einstellung kann hierbei aber helfen.  Aber: Was ist Achtsamkeit und wie können wir diese erlernen? 

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Die extrinsische und intrinsische Motivation: erkennen und fördern

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Was ist Achtsamkeit?

Laut des Psychologie Lexikons bedeutet Achtsamkeit, sich auf sich selbst zu besinnen und den Moment wahrzunehmen. Alle Gefühle, Wahrnehmungen und Fantasien zu akzeptieren und wahrzunehmen. Egal, ob wir Fröhlichkeit oder Trauer spüren. Wir erkennen die Empfindungen, verdrängen, bewerten oder analysieren diese aber nicht.  

Es geht eigentlich nur darum, sich nach innen zu wenden und sich auf den gegenwärtigen Moment zu beziehen – nicht so viel Gedanken über die Vergangenheit oder die Zukunft zu entwickeln. Das Ziel sollte es sein, Entscheidungen darüber zu treffen, was im aktuellen Moment wichtig und richtig für sich als Individuum ist.

Routine und Gewohnheiten sind Gegner der Achtsamkeit

Die meisten Menschen sind den Großteil ihrer Zeit wahrscheinlich nicht besonders achtsam – dies liegt daran, dass wir so viele Tätigkeiten routiniert ausüben (zum Beispiel Zähneputzen) und uns zahlreiche Gedanken über vergangene oder zukünftige Handlungen beschäftigen (To-Do-Listen, verpatzte Situationen in der Vergangenheit).

Durch zu wenig Achtsamkeit, verlieren wir uns in Gedanken, grübeln über die Zukunft und setzen uns unter Druck. Diese Gedankenkette gilt es zu durchbrechen. Achtsamkeit hilft dabei, Stress zu verringern und reduziert das Risiko, an psychischen Erkrankungen wie Burn-Out, Depressionen oder Borderline zu erkranken. Es stärkt die eigenen inneren Ressourcen und stabilisiert den Geist. 

Wie können wir achtsamer werden?

Auf diese Frage gibt es leider keine pauschale oder allgemeingültige Antwort, sondern viele individuelle. Sicher ist, dass die Aussicht auf ein gesünderes Leben, weniger Pfunde oder mehr Zufriedenheit als permanenter innerer Antrieb ein deutlich besserer Motor sind als jeder externe Faktor. Sie führen zu intrinsischen Handlungen. Intrinsische Handlungen sind eigenbestimmte, aus dem eigenen Antrieb heraus gewählte Vorgänge, die keinerlei äußeren Anstoß benötigen. Sie sind äußerlich nicht beobachtbar und sogar versteckt.

Eigene intrinsische Motive zu entwickeln oder nach ihnen zu handeln, ist oft nicht einfach. Das Problem hierbei ist, dass unsere Gesellschaft eher auf äußere und materielle Werte fokussiert ist als auf die inneren. Extrinsische Bezeichnungen wie Statussymbole sind für viele zugänglicher und nachvollziehbarer.

Ein Beispiel: Auf die Frage „Wer bist du?“ folgt meistens eine Antwort, die Bezug auf eine Berufsbezeichnung oder den Wohnort nimmt. Wer hier keine eindeutige Antwort gibt, sorgt beim Gegenüber meistens für Verwirrung. Eine unklare Antwort auf diese alltägliche Frage entspricht nicht der gängigen Konformität. Wer achtsam sein und sich auf intrinsische Motive einlassen möchte, sollte sich von diesen extrinsischen Faktoren lösen.

Selbstreflektion als wichtiger Prozess

Es gibt verschiedene Ansätze und Übungen, um für mehr Achtsamkeit im eigenen Leben zu sorgen. Am einfachsten ist es immer, sich im aktuellen Moment selbst zu hinterfragen und wahrzunehmen – das funktioniert am einfachsten über die Sinne: Was sehe ich? Was rieche ich? Was schmecke ich? Dadurch lenken wir den Fokus bewusst auf die gegenwärtige Situation, ohne diese zu bewerten. Sich selbst neutral zu reflektieren ist der wichtigste Schritt, um Achtsamkeit zu erlernen.

Tatsächlich hilft auch Meditation dabei, intrinsische Motivatoren und damit innere Werte zu aktivieren. Meditation hilft einen Bewusstseinswandel  zu entwickeln.

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Bewusstseinswandel verbessert psychische Gesundheit

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Meditation für das Ankurbeln der Achtsamkeit

Meditation ist ein gutes Stichwort im Hinblick auf die intrinsische Motivation und intrinsische Handlungen. Durch die Meditation entstehen Achtsamkeit und Konzentration auf sich selbst. In diesem meditativen Zustand ist es möglich, das Innere wahrzunehmen und das Bewusstsein im Hier und Jetzt zu zentrieren. Diese Freiheit von Gedanken führt paradoxerweise dazu, wirklich eigene Gedanken zu denken und zu erkennen.

Tatsächlich ist das Vornehmen von guten Vorsätzen wie zum Beispiel zur Jahreswende ein richtiger erster Schritt für einen achtsameren Umgang mit sich selbst. An unseren guten Vorsätzen können wir jedes Jahr erkennen, wo wir aktuell stehen, was wir erreicht haben und was uns vielleicht noch fehlt. Es ist gar nicht unbedingt nötig, all die guten Vorsätze tatsächlich umzusetzen. Die Reflektion des eigenen Status Quo ist bereits eine Form von Achtsamkeit, denn Reflektion ist Achtsamkeit. Silvester und das Fassen neuer Vorsätze ist für einige vielleicht sogar der achtsamste Moment im Jahr.

Achtsamkeit
Motivation
Meditation
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06.03.18

Psychische Gefährdungsbeurteilung – eine Einführung

Was ist psychische Gefährdungsbeurteilung und wie kann die Belastung in Unternehmen gemessen werden? PEATS liefert einen Einführungsartikel zum Thema.

Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist bereits seit Jahren verstärkt in den Fokus der Fachleute im Bereich von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz bzw. bei der Arbeit gerückt. Laut Arbeitsschutzgesetz § 5 zählt nämlich seit Ende 2013 auch die Erfassung der psychischen Belastungen zu den arbeitsschutzgesetzlichen Pflichten der Arbeitgeber. Dies bedeutet, dass jede Organisation und jedes Unternehmen explizit jene Gefährdungen identifizieren muss, die sich für die Beschäftigten aus der diesbezüglichen psychischen Belastung ergeben. Erhebungen und Umfragen beweisen, dass aber immer noch eine gewisse Unsicherheit darüber herrscht, wie die Erfassung durchgeführt werden soll und welche Kriterien maßgeblich für die Beurteilung sind. 

Die psychische Gefährdungsbeurteilung soll Unfällen sowie arbeitsbedingten Gefahren vorbeugen

Gemäß der Pflichten im arbeitsschutzgesetzlichen Rahmen müssen Sie dabei als Arbeitgeber in Ihrem Betrieb Maßnahmen entwickeln und ergreifen, die zur effektiven Ermittlung der entsprechenden Gefährdungen in Ihrem Unternehmen führen. Grundsätzlich soll durch die gesetzlich verankerte psychische Gefährdungsbeurteilung arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren sowie Unfälle vorgebeugt werden. Hierzu zählt dann eben auch die psychische Belastung am Arbeitsplatz beziehungsweise bei der Arbeit. Zum Einsatz kommt dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Einflüsse, die als psychisch bedeutsam eingeschätzt werden. Zu diesem Themenkontext gehören auszugsweise die Arbeitsintensität, die Zeitdauer, Lage sowie Verteilung der Arbeitszeit, die soziale Unterstützung im Arbeitsumfeld oder zum Beispiel auch Kriterien wie Beleuchtung, Lärm und Klima.
 

Keine standardisierten Durchführungsempfehlungen - Unternehmensspezifika im Fokus

Fakt ist, dass eine Arbeit ohne die geringste psychische Belastung nicht existent ist. Genauso wenig gibt es keine Tätigkeit im Berufsleben, bei der Sie ohne jede körperliche Belastung auskommen. Sowohl körperliche als aber auch psychische Belastungen in bestimmter Ausprägung können eine gesundheitsgefährdende Wirkung mit sich bringen. Besonders deutlich wird dies zum Beispiel bei einer ungünstig gestalteten Schichtarbeit oder bei hohen leistungs- und zeitbezogenen Anforderungen über einen längeren Zeitraum. Allerdings gibt es noch keine verbindlichen Durchführungsvorschriften für die psychische Gefährdungsbeurteilung. In den gesetzlichen Regelungen ist lediglich klar formuliert, dass derartige Maßnahmen durchgeführt werden müssen. Wie dies aber geschehen soll, bleibt offen. Standards - wie es sie zum Beispiel bei der Leitmerkmalmethode zur manuellen Handhabung von Lasten gibt - existieren noch nicht. Stattdessen haben sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Erhebungsverfahren sowie verschiedene Vorgehensweisen etabliert. Letztendlich hängen die eingeleiteten Maßnahmen aber immer von den unternehmensspezifischen Gegebenheiten und Faktoren, wie etwa Betriebsgröße oder Branche, ab.
 

Messverfahren: Fragebögen, Beobachtungsinterviews und Workshop-Verfahren

Trotz der immer weiter um sich greifenden Digitalisierung und der stetig voranschreitenden Technologisierung können Sie die psychische Gefährdungsbeurteilung allerdings nicht mit einem Gerät oder einer Apparatur durchführen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Sie keine vorgegebenen Einheiten - wie etwa in der Physik - zur Verfügung haben. Ohne eine solche Größe kann ein technisches Gerät aber keine Messungen vornehmen. Auch eine manuelle Erfassung, beispielsweise in Form von Strichlisten, stößt aufgrund des Aufwands schnell an seine Grenzen. Somit hat sich die Methode, die Beschäftigten direkt zu befragen, sie zu beobachten und mit ihnen zu diskutieren, als diesbezüglich beste Lösung herauskristallisiert. Hierbei setzen Unternehmen vor allem auf Workshop-Verfahren, auf so bezeichnete Beobachtungsinterviews sowie auf Fragebögen. Aber Achtung: Bei jeder Befragung bzw. bei jedem Interview haben dabei natürlich auch subjektive Aspekte eine gewisse Relevanz. Gerade zwischenmenschliche Beziehungen stehen hier im Fokus, denn diese sind grundsätzlich nicht direkt messbar.
 

Schritt für Schritt: Die psychische Gefährdungsbeurteilung richtig planen und durchführen

Die Erfassung psychischer Belastungen per Fragebogen beziehungsweise per Interview oder mittels Workshop-Lösungen erfolgt dabei grundsätzlich innerhalb der Kern- bzw. Schwerpunkt-Kategorien Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation, Arbeitsumgebung, Arbeitsmittel und soziale Beziehungen. Der grundsätzliche Ablauf der Erfassung psychischer Belastungen unterscheidet sich dabei quasi nur in Nuancen bzw. im Detail von anderen Gefährdungsbeurteilungen. Dabei sollten Sie Ihre Vorgehensweise rund um die psychische Gefährdungsbeurteilung in folgenden Schritten planen und realisieren:

  • Festlegung der Bereiche bzw. Tätigkeiten, die für die unternehmensspezifische psychische Gefährdungsbeurteilung relevant sind.
  • Ermittlung der psychischen Belastung der Tätigkeit.
  • Beurteilung der psychischen Belastung.
  • Gestaltung und Realisierung von entsprechenden Maßnahmen, sofern diese erforderlich erscheinen.
  • Prüfung der Wirksamkeit der jeweils eingeführten Maßnahmen.
  • Fortschreibung bzw. Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung, sofern sich die Gegebenheiten verändert haben.
  • Erstellen einer abschließenden Dokumentation. 

Tools zur Überprüfung der psychischen Gefährdungsbeurteilung finden Sie im PEATS-Toolfinder.

Psychische Gefährdungsbeurteilung: Im Vorfeld alle relevanten Kriterien festlegen

Wesentlich ist es hier allerdings, dass Sie bereits im Vorfeld bestimmte Aspekte und Kriterien für die Durchführung, die Analyse bzw. die Auswertung sowie für die Ableitung von Maßnahmen detailliert festlegen. Folgende Fragen sollten dabei beantwortet werden:

  • Welche Verfahren kommen zwecks Erfassung zum Einsatz?
  • Wer ist für die Auswertung verantwortlich?
  • Wer erhält Einblick in welche Ergebnisse? 
  • Ab welchem Gefährdungsgrad werden Maßnahmen eingeleitet?
  • In welcher Form werden Maßnahmen aus den Ergebnissen abgeleitet?
  • Wie läuft die Einbindung der Führungskräfte bzw. der Vorgesetzten?
  • Wie lässt sich die Wirksamkeit der realisierten Maßnahmen überprüfen?
     

Die psychische Gefährdungsbeurteilung bezieht sich nicht auf die persönliche Beanspruchung 

Beachten Sie aber, dass Sie nicht fälschlicherweise die psychische Beanspruchung Ihrer Mitarbeiter in den Fokus rücken, sondern sich thematisch tatsächlich auf die psychischen Belastungen konzentrieren. Dies ist explizit im § 5 des Arbeitsschutzgesetzes formuliert. Dies macht aber auch Sinn. Denn wenn es um die Belastungen geht, können die Merkmale einer Tätigkeit vergleichsweise neutral beobachtet, erfasst, hinterfragt und diskutiert werden. Geht es aber stattdessen um die Beanspruchungen und die diesbezügliche Wirkung, sind sehr persönliche Informationen erforderlich. Eine Befragung dieser Art schürt daher häufig Ängste bei den Mitarbeitern, dass die Leistungsfähigkeit überprüft werden soll.
 

Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist in drei Analysetiefen unterteilt

Je detaillierter Sie eine psychische Gefährdungsbeurteilung vornehmen möchten, desto größer ist letztendlich dann auch der Aufwand und die erforderliche Expertise. Bei der Erfassung psychischer Belastungen wird dabei grundsätzlich zwischen drei Aufwands- bzw. Analysetiefen unterschieden:

  • Orientierende Verfahren: Hier erfolgen lediglich Messung zur Orientierung, die nicht ins Detail gehen. Dabei werden nur vergleichsweise wenige Fragen gestellt, wobei die Ergebnisse dann Hinweise auf Belastungsschwerpunkte geben. In der Praxis werden bei orientierenden Verfahren etwa 20 Fragen mit je zwei verschiedenen Antwortmöglichkeiten.
  • Screening-Verfahren: Schon etwas genauer, aber dafür auch entsprechend aufwendiger. Es werden im Vergleich zu den orientierenden Fragen rund doppelt so viele Fragen gestellt und zudem auch mehr Antwortmöglichkeiten eingeräumt. Fallspezifisch enthalten manche Screening-Verfahren auch verschiedene Beobachtungselemente. 
  • Experten-Verfahren: Während Sie in den ersten beiden Verfahren keine Experten beauftragen müssen, kommen hierbei zum Beispiel ausgebildete Psychologen zum Einsatz. Dabei nutzen die Experten in erster Linie Workshop-Verfahren und Beobachtungsinterviews, wobei sie die jeweiligen Antworten im Gutachter-Stil auswerten. 

In der Praxis bewährte Handlungsweisen und Vorgehensstrukturen

In der Praxis haben sich bislang im Hinblick auf die psychische Gefährdungsbeurteilung folgende Handlungsweisen und Vorgehensstrukturen als erfolgversprechende Lösungen etabliert:

  • Nutzen Sie die vorhandenen Strukturen, wie beispielsweise den Arbeitsschutzausschuss, und binden Sie die psychische Gefährdungsbeurteilung in diese ein.
  • Messen Sie die Belastungen zunächst in orientierender Form.
  • Greifen Sie auf wissenschaftlich geprüfte Erhebungsverfahren zurück.
  • Durch eine intensive Kommunikation mit den Mitarbeitern identifizieren Sie gezielt relevante Handlungsfelder.
  • Die Beschäftigten sollten kontinuierlich über den aktuellen Stand der jeweiligen Gefährdungsbeurteilung informiert werden. Dies schafft Transparenz, Vertrauen und Motivation.
  • Vernachlässigen Sie auf keinen Fall die Anonymität und den Datenschutz.
  • Gerade Maßnahmen in Kleingruppen haben sich als effektive Lösungen erwiesen.
  • Die Führungskräfte müssen Verantwortung übernehmen. Dafür müssen sie dann aber auch qualifiziert werden.
  • Die Realisierung bzw. die Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen sollten stetig überprüft werden.
     

Entscheidender Nebeneffekt: Die innerbetriebliche Kommunikation wird deutlich verbessert

Anzumerken ist diesbezüglich noch, dass ein Workshop zeitliche Vorteile bietet. Denn hier können Sie Erfassung, Beurteilung und Ableitung von Maßnahmen komprimiert bzw. quasi in einem Arbeitsgang erledigen. Bedenken Sie zudem, dass die psychische Gefährdungsbeurteilung grundsätzlich auf einem strukturierten Prozess basiert und kein singuläres Ereignis darstellt. Die Vorbereitung ist dabei ein ungemein entscheidender Faktor. Es ist relativ leicht sich in die Thematik einzuarbeiten. Nur wenn Sie zum Beispiel Experten-Verfahren zur Erfassung psychischer Belastungen einsetzen, ist fundierte Expertise notwendig. Letztlich zeigen die bisherigen Erfahrungen auf dem Gebiet der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, dass sich eine gezielt-effektive Umsetzung positiv auf die Arbeit Ihrer Mitarbeiter positiv auswirkt. So verbessert sich vor allem die innerbetriebliche Kommunikation, was dann wieder zu einer Steigerung der Produktivität führt.

Psychische Gefährungsbeurteilung
Arbeitsschutz
Gefährdungsbeurteilung
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MEDISinn Plattform GmbH

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04.10.18

Erfolgsfaktor: gesunde Mitarbeiter!

Mit der Durchführung der psychischen Gefährdungsbeurteilung nicht nur die gesetzliche Pflicht erfüllen, sondern den Weg in eine erfolgreiche Unternehmenszukunft starten.

Dass die moderne Arbeitswelt viele Arbeitnehmer unter chronischen Stress versetzt, ist für die Mitarbeiter vieler Unternehmen zum Alltag geworden. Die ständige Erreichbarkeit, das zunehmende Arbeitstempo und der steigende Leistungsdruck, nimmt weiter zu und führte dazu, dass sich die Anzahl psychischer Erkrankungen in den letzten 20 Jahren verdreifacht hat. Ein Stopp dieser Entwicklung ist bisher nicht in Sicht.

Warum Psychische Gefährdungsbeurteilung?

Belastungsfaktoren müssen sich in erster Linie nicht immer nur negativ auf die Psyche der Mitarbeiter auswirken, sondern können ganz im Gegenteil auch einen positiven Effekt auf die Arbeitsmotivation haben und als eine Art Motor für die Leistung der Mitarbeiter dienen. Bestehen die Belastungsfaktoren jedoch über einen längeren Zeitraum und können nicht bewältigt werden, so können uns diese negativ bei der Arbeit beanspruchen und psychische Erkrankungen verursachen.

Mittlerweile zählen psychische Erkrankungen mit 17,1 % zu der zweithäufigsten Ursache für AU-Tage (Arbeitsunfähigkeitstage). AU-Tage, die auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind, sind für Unternehmen besonders relevant, da diese mit einer durchschnittlichen Dauer von 38,1 Tagen sehr langwierig und dadurch kostenintensiv sind.

Analysen der BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) aus dem Jahr 2016 zeigen, dass AU-Tagen auf Grund von psychischen Erkrankungen Produktionsausfallkosten in Höhe von 12,2 Mrd. € verursacht haben. Diese Zahlen sind gravierend und sollten die Unternehmen in Alarmbereitschaft setzen. Dass psychisch gesunde Mitarbeiter für den Erfolg des Unternehmens immer wichtiger werden, ist offensichtlich - nicht nur um die hohen Ausfallkosten zu verhindern. Ebenso wichtig ist es, die Motivation der Mitarbeiter durch eine gesunde Arbeitsgestaltung zu erhalten oder sogar zu steigern. Folge dessen kann sowohl eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, als auch eine Steigerung der Leistungsfähigkeit sein. Dies kann einen entscheidenden Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten. Somit ist es für Unternehmen unbedingt nötig, die psychische Gesundheit der Mitarbeiter ernst zu nehmen, als Erfolgsfaktor zu erkennen und psychischen Erkrankungen im Unternehmen vorzubeugen.

Diese Notwendigkeit hat auch der Gesetzgeber erkannt und die psychische Gefährdungsbeurteilung im Jahr 2014 zur gesetzlichen Pflicht gemacht. Für die Art und Weise der Durchführung sieht das Gesetz derzeit allerdings noch keine genauen Regelungen vor. Die geringe Durchführungs-Quote bis heute zeigt jedoch, dass es in vielen Unternehmen noch Handlungs- und Unterstützungsbedarf gibt.

Schnelle, preiswerte und gesetzeskonforme Lösung

Daher hat MEDISinn in Zusammenarbeit mit führenden Arbeitspsychologen ein Testverfahren namens PGB.online entwickelt, mit dem jedes Unternehmen die psychische Gefährdungsbeurteilung einfach, schnell und preiswert durchführen kann. Die 21 Items beinhalten alle von der BAuA empfohlenen relevanten Bereiche: Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation, soziale Beziehung, Arbeitsumgebung, Arbeitsformen und Gesamteinschätzung. Ebenso versichert PGB.online eine vollständig anonyme Durchführung und entspricht den derzeit geltenden Datenschutzanforderungen im vollen Umfang. 

Die Durchführung von PGB.online lässt sich über Computer, Smartphone und lokale Befragungsstationen sehr flexibel gestalten, sodass Mitarbeiter unabhängig von der Branche und dem Unternehmensbereich an der Befragung teilnehmen können. Dies und auch die Einfachheit der Durchführung führte bei Unternehmen, die sich für PGB.online entschieden haben, zu hohen Teilnahmequoten, was besonders für die Implementierung von gezielten und wirksamen Folgemaßnahmen von hoher Bedeutung ist, um die Belastungsfaktoren im Unternehmen nachhaltig zu reduzieren.

Psychische Gefährdungsbeurteilung- und dann?

Mit PGB.online begleitet MEDISinn die Unternehmen nicht nur bei der Durchführung der psychischen Gefährdungsbeurteilung, sondern auch bei der Umsetzung von gezielten Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Anhand der Ergebnisse von PGB.online werden die Belastungsfaktoren im Unternehmen identifiziert, woraufhin die Experten von MEDISinn individuelle Folgemaßnahmen für jedes Unternehmen ableiten. Diese tragen dazu bei, die Belastungsfaktoren im Unternehmen zu reduzieren und psychischen Erkrankungen vorzubeugen. Dank unserem breiten Netzwerk renommierter Coaches verhelfen wir, auch diese einfach, schnell und erfolgsversprechend in die Praxis umzusetzen. Außerdem kann das neue Tool der MEDISinn Plattform GmbH PGA.online, jedem Mitarbeiter ganz individuell dabei helfen die eigene psychische Gesundheit zu fördern.

Mit der Durchführung der psychischen Gefährdungsbeurteilung und der Implementierung geeigneter Folgemaßnahmen kann jedes Unternehmen einen bedeutenden Schritt in Richtung eines gesunden und erfolgreichen Unternehmens gehen. Wer erkennt, dass die psychischen Gefährdungsbeurteilung mehr als die bloße Erfüllung

Stress
Psychische Gefährdungsbeurteilung
MEDISinn
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my-Employee Talent Management - GFCI GmbH

Servicepartner und Lieferant für stellenspezifische Eignungs- und Potenzialanalysen, Managementberatung BDU e.V.

10.07.18

Wie können Führungskräfte heute eigentlich noch gesund bleiben?

Wer hat eigentlich systematische Begleitprogramme für die existierenden Manager? Weil die neuen Herausforderungen viel Denkarbeit erfordern, für die keiner Zeit findet, wird es für viele eng!

Wer würde dem nicht zustimmen:  Führungskräfte müssen Zeit haben, um nachzudenken und Fehler zu vermeiden. 

Die Realität sieht aber leider anders aus. Die Prozesse im Alltag haben an Komplexität und Geschwindigkeit zugenommen. Wenn ein Feuer ausbricht, muss sofort gelöscht werden. An einen Rückzug, um über eine bestmögliche Lösung erst mal nachzudenken, denkt keiner ernsthaft nach. Dadurch entstehen potenziell weitere Fehler. Manchmal passt es ja, und diese Feuerwehrleute werden zu Helden einer Organisation, ohne dass ausreichend reflektiert wird, wie die Wirkung tatsächlich zustande kam. Führungskräfte handeln „ohne Planung“, oftmals aus dem Bauch heraus.

D. Kahneman („Schnelles Denken, langsames Denken“) nannte es die Illusion der guten Information. Was ich nicht weiß, dann ich auch nicht berücksichtigen. Und so passieren Fehler. Sie sind bei der Frequenz und der Komplexität der Feuerstellen unvermeidbar und belasten die Entscheider.  Nur extrem selten finden wir für Führungskräfte Motivationsprogramme jenseits von Bonus und Tantieme, aber der Frustrationsdruck durch das stetige Feuerlöschen und die drohenden Schuldzuweisungen stellen eine enorme Belastung dar.

Führungskräfte bringen sich in Sicherheit

Dieser Belastung versuchen sich Führungskräfte natürlich zu entziehen. Das funktioniert, wenn man bestimmte Informationen gar nicht hat, wenn der Zeit-Druck eine Informationsgewinnung gar nicht erlaubt. Das funktioniert, wenn Manager sich mich gegen Vorwürfe von anderen effektiv verteidigen kann. Dabei geht aber ein wesentliches Element im Performance Management KO auf die Bretter: Die vertrauensvolle effektive Zusammenarbeit. Diese sorgt für gute Informationsflüsse, Engagement etc. auf der operativen Ebene. Da die Informationspyramide inzwischen umgedreht ist, ist das ziemlich gravierend. "Change" ist heute das generische Arbeitgebiet jeder Führung - die Richtung vorgeben und das Dirigieren. Wenn aber die operative Ebene etwas verändern soll, und nicht nur man selber, ist Kommunikation das letztlich einzige "Werkzeug".

Das Richtige tun oder entscheiden? 

Während die einen fordern, dass Manager sich zur ‚Selbstfindung‘ und für ein effektives Selbstmanagement zeitweise abschotten (in Klausur gehen), fordern andere wesentlich mehr Kommunikation und Austausch und arbeitsteiliges Krisenmanagement. In der Klausur mit sich selbst, werden die Dinge aber nicht einfacher, sie werden in der Gedankenwelt der Managers verkompliziert und erschweren die Kommunikation. Die andere Strategie macht aber Fehler gnadenlos sichtbar und im Unternehmen öffentlich. Voraussetzung für ein Gelingen ist da eine Unternehmenskultur, in der Schuldzuweisungen nicht vorkommen. Vielleicht ist das ein bisschen kulturspezifisch, aber eine Abschottungskultur, die sich der komplexen Wirklichkeit verschließt, geht unter  -  oder die Organisation hat ein Monopol. 

Eine Lösung und Verbesserung der Situation ist möglich

Volatility, die breite der möglichen Einflüsse, Uncertainty, die Unsicherheit über Ursache und Wirkung, Complexity, der massive Anstieg der möglichen Handlungsalternativen und Abhängigkeiten und Ambiguity, die Unklarheiten hinsichtlich der Wirkweisen beschreiben die Erlebniswelt für Führungskräfte. Es gibt Verhaltenstendenzen und Persönlichkeitsmerkmale, die diejenigen erkennbar machen, die sich in dieser Welt erfolgreich bewegen können und die, die darin scheitern. Wir arbeiten in einer Welt, die sich jetzt in diesem Umbruch befindet. Wir werden noch sehr viele Führungskräfte ehemals erfolgreiche Führungskräfte und Ikonen der Wirtschaft fallen sehen, wenn nicht bald erkannt wird, dass auch die heutigen Führungskräfte und Manager eine professionelle, dauerhafte Personalentwicklung benötigen.

Wir von Harrison Assessments helfen Führungskräften innerhalb von bestehenden Programmen, aber auch allein auf der eigenen Initiative, ein gezieltes Anpassungsprogramm aufzustellen. Auf den persönlichen Stärken und Kompetenzen aufbauend zeigen wir, WIE und in WELCHEN SITUATIONEN der Anpassungsprozess bei Ihnen oder Ihren Managern stattfinden kann.

Kommen Sie zu einer ersten kostenfreien Beratung oder empfehlen Sie Ihren Managern ein solches kostenloses, vertrauliches Erstgespräch.

Felix Wiesner
Führungscoach, Harrison Assessments Experte
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