Dr. Heike Schiebeck

Bitte ergänzen Sie die Angaben.

21.09.12

Stressmanagement & Burnout-Prävention

Ergebnisse einer Studie zum Thema „Stressmanagement & Burnout-Prävention“

Aufgrund der Tragweite des Themas „Burnout“ hat Talent Culture Crew in Zusammenarbeit mit einer studentischen Projektgruppe des Fachbereichs Wirtschaftspsychologie der Hochschule Fresenius München eine Studie zum Thema „Stressmanagement & Burnout-Prävention“ durchgeführt. Die repräsentative Studie liefert Antworten von Arbeitnehmern mit langjähriger Berufserfahrung über das individuelle Erleben von Stress am Arbeitsplatz anhand folgender Fragestellungen:  

- Wie häufig fühlen sich Mitarbeiter innerhalb einer Arbeitswoche gestresst? 

- Was sind die stresserzeugenden Faktoren am Arbeitsplatz? 

- Wie haben sich die als belastend erlebten Faktoren in den letzten 5 Jahren verändert 

- Welche Auswirkungen haben die Belastungsfaktoren auf der körperlichen Ebene? 

- Mit welchen Maßnahmen versuchen Arbeitnehmer von sich aus gegenzulenken? 

- Welche unterstützenden Angebote erwarten sie von ihrem Arbeitgeber zum Abbau von Stress und zur Erhaltung ihrer Arbeitsfähigkeit?  

Zusammenfassend lässt sich folgendes feststellen: 70,3 Prozent der Befragten fühlen sich im Arbeitsalltag eher stark davon 26,5 Prozent sogar stark bis sehr stark gestresst. 46 Prozent der Teilnehmer kämpfen mit körperlichen Beschwerden von massiven Schlafstörungen, klagen über ständigen Kopfschmerz (29%) bis hin zu Tinnitus, der sich bereits bei 17 Prozent der Befragten zeigt.  Gerne stelle ich auf Wunsch und bei Interesse auch kostenlos die Studie mit den Einzelergebnissen zur Verfügung. Einfach melden!

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20.12.17

Achtsamkeit statt guter Vorsätze

Wahre Veränderungen werden nicht von äußeren Anlässen, sondern durch innere Achtsamkeit geleitet. Was ist Achtsamkeit und wie können wir diese erlernen?

Die Jahreswende steht wieder vor der Tür und seien wir ehrlich: Das Ritual der Vorsätze um Neujahr klappt doch nur in den seltensten Fällen. Wir möchten gesünder leben, fitter sein und an unseren Zielen festhalten. Doch oftmals ist schon nach wenigen Wochen der Alltagstrott an die Stelle der Vorhaben getreten.  Wahre Veränderungen werden nämlich nicht von äußeren Anlässen, sondern durch innere Achtsamkeit geleitet. 

Dies liegt meistens an der Motivation. Wir können hier zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation unterscheiden. Bei der Umsetzung neuer Strategien und Lösungen ist ein Jahreswechselritual wenig hilfreich, weil das Ritual von außen auf uns einwirkt. Das Ankurbeln einer achtsamen Einstellung kann hierbei aber helfen.  Aber: Was ist Achtsamkeit und wie können wir diese erlernen? 

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Die extrinsische und intrinsische Motivation: erkennen und fördern

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Was ist Achtsamkeit?

Laut des Psychologie Lexikons bedeutet Achtsamkeit, sich auf sich selbst zu besinnen und den Moment wahrzunehmen. Alle Gefühle, Wahrnehmungen und Fantasien zu akzeptieren und wahrzunehmen. Egal, ob wir Fröhlichkeit oder Trauer spüren. Wir erkennen die Empfindungen, verdrängen, bewerten oder analysieren diese aber nicht.  

Es geht eigentlich nur darum, sich nach innen zu wenden und sich auf den gegenwärtigen Moment zu beziehen – nicht so viel Gedanken über die Vergangenheit oder die Zukunft zu entwickeln. Das Ziel sollte es sein, Entscheidungen darüber zu treffen, was im aktuellen Moment wichtig und richtig für sich als Individuum ist.

Routine und Gewohnheiten sind Gegner der Achtsamkeit

Die meisten Menschen sind den Großteil ihrer Zeit wahrscheinlich nicht besonders achtsam – dies liegt daran, dass wir so viele Tätigkeiten routiniert ausüben (zum Beispiel Zähneputzen) und uns zahlreiche Gedanken über vergangene oder zukünftige Handlungen beschäftigen (To-Do-Listen, verpatzte Situationen in der Vergangenheit).

Durch zu wenig Achtsamkeit, verlieren wir uns in Gedanken, grübeln über die Zukunft und setzen uns unter Druck. Diese Gedankenkette gilt es zu durchbrechen. Achtsamkeit hilft dabei, Stress zu verringern und reduziert das Risiko, an psychischen Erkrankungen wie Burn-Out, Depressionen oder Borderline zu erkranken. Es stärkt die eigenen inneren Ressourcen und stabilisiert den Geist. 

Wie können wir achtsamer werden?

Auf diese Frage gibt es leider keine pauschale oder allgemeingültige Antwort, sondern viele individuelle. Sicher ist, dass die Aussicht auf ein gesünderes Leben, weniger Pfunde oder mehr Zufriedenheit als permanenter innerer Antrieb ein deutlich besserer Motor sind als jeder externe Faktor. Sie führen zu intrinsischen Handlungen. Intrinsische Handlungen sind eigenbestimmte, aus dem eigenen Antrieb heraus gewählte Vorgänge, die keinerlei äußeren Anstoß benötigen. Sie sind äußerlich nicht beobachtbar und sogar versteckt.

Eigene intrinsische Motive zu entwickeln oder nach ihnen zu handeln, ist oft nicht einfach. Das Problem hierbei ist, dass unsere Gesellschaft eher auf äußere und materielle Werte fokussiert ist als auf die inneren. Extrinsische Bezeichnungen wie Statussymbole sind für viele zugänglicher und nachvollziehbarer.

Ein Beispiel: Auf die Frage „Wer bist du?“ folgt meistens eine Antwort, die Bezug auf eine Berufsbezeichnung oder den Wohnort nimmt. Wer hier keine eindeutige Antwort gibt, sorgt beim Gegenüber meistens für Verwirrung. Eine unklare Antwort auf diese alltägliche Frage entspricht nicht der gängigen Konformität. Wer achtsam sein und sich auf intrinsische Motive einlassen möchte, sollte sich von diesen extrinsischen Faktoren lösen.

Selbstreflektion als wichtiger Prozess

Es gibt verschiedene Ansätze und Übungen, um für mehr Achtsamkeit im eigenen Leben zu sorgen. Am einfachsten ist es immer, sich im aktuellen Moment selbst zu hinterfragen und wahrzunehmen – das funktioniert am einfachsten über die Sinne: Was sehe ich? Was rieche ich? Was schmecke ich? Dadurch lenken wir den Fokus bewusst auf die gegenwärtige Situation, ohne diese zu bewerten. Sich selbst neutral zu reflektieren ist der wichtigste Schritt, um Achtsamkeit zu erlernen.

Tatsächlich hilft auch Meditation dabei, intrinsische Motivatoren und damit innere Werte zu aktivieren. Meditation hilft einen Bewusstseinswandel  zu entwickeln.

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Bewusstseinswandel verbessert psychische Gesundheit

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Meditation für das Ankurbeln der Achtsamkeit

Meditation ist ein gutes Stichwort im Hinblick auf die intrinsische Motivation und intrinsische Handlungen. Durch die Meditation entstehen Achtsamkeit und Konzentration auf sich selbst. In diesem meditativen Zustand ist es möglich, das Innere wahrzunehmen und das Bewusstsein im Hier und Jetzt zu zentrieren. Diese Freiheit von Gedanken führt paradoxerweise dazu, wirklich eigene Gedanken zu denken und zu erkennen.

Tatsächlich ist das Vornehmen von guten Vorsätzen wie zum Beispiel zur Jahreswende ein richtiger erster Schritt für einen achtsameren Umgang mit sich selbst. An unseren guten Vorsätzen können wir jedes Jahr erkennen, wo wir aktuell stehen, was wir erreicht haben und was uns vielleicht noch fehlt. Es ist gar nicht unbedingt nötig, all die guten Vorsätze tatsächlich umzusetzen. Die Reflektion des eigenen Status Quo ist bereits eine Form von Achtsamkeit, denn Reflektion ist Achtsamkeit. Silvester und das Fassen neuer Vorsätze ist für einige vielleicht sogar der achtsamste Moment im Jahr.

Achtsamkeit
Motivation
Meditation
Konzentration
Wahrnehmung
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Peats Redaktion

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06.03.18

Psychische Gefährdungsbeurteilung – eine Einführung

Was ist psychische Gefährdungsbeurteilung und wie kann die Belastung in Unternehmen gemessen werden? PEATS liefert einen Einführungsartikel zum Thema.

Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist bereits seit Jahren verstärkt in den Fokus der Fachleute im Bereich von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz bzw. bei der Arbeit gerückt. Laut Arbeitsschutzgesetz § 5 zählt nämlich seit Ende 2013 auch die Erfassung der psychischen Belastungen zu den arbeitsschutzgesetzlichen Pflichten der Arbeitgeber. Dies bedeutet, dass jede Organisation und jedes Unternehmen explizit jene Gefährdungen identifizieren muss, die sich für die Beschäftigten aus der diesbezüglichen psychischen Belastung ergeben. Erhebungen und Umfragen beweisen, dass aber immer noch eine gewisse Unsicherheit darüber herrscht, wie die Erfassung durchgeführt werden soll und welche Kriterien maßgeblich für die Beurteilung sind. 

Die psychische Gefährdungsbeurteilung soll Unfällen sowie arbeitsbedingten Gefahren vorbeugen

Gemäß der Pflichten im arbeitsschutzgesetzlichen Rahmen müssen Sie dabei als Arbeitgeber in Ihrem Betrieb Maßnahmen entwickeln und ergreifen, die zur effektiven Ermittlung der entsprechenden Gefährdungen in Ihrem Unternehmen führen. Grundsätzlich soll durch die gesetzlich verankerte psychische Gefährdungsbeurteilung arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren sowie Unfälle vorgebeugt werden. Hierzu zählt dann eben auch die psychische Belastung am Arbeitsplatz beziehungsweise bei der Arbeit. Zum Einsatz kommt dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Einflüsse, die als psychisch bedeutsam eingeschätzt werden. Zu diesem Themenkontext gehören auszugsweise die Arbeitsintensität, die Zeitdauer, Lage sowie Verteilung der Arbeitszeit, die soziale Unterstützung im Arbeitsumfeld oder zum Beispiel auch Kriterien wie Beleuchtung, Lärm und Klima.
 

Keine standardisierten Durchführungsempfehlungen - Unternehmensspezifika im Fokus

Fakt ist, dass eine Arbeit ohne die geringste psychische Belastung nicht existent ist. Genauso wenig gibt es keine Tätigkeit im Berufsleben, bei der Sie ohne jede körperliche Belastung auskommen. Sowohl körperliche als aber auch psychische Belastungen in bestimmter Ausprägung können eine gesundheitsgefährdende Wirkung mit sich bringen. Besonders deutlich wird dies zum Beispiel bei einer ungünstig gestalteten Schichtarbeit oder bei hohen leistungs- und zeitbezogenen Anforderungen über einen längeren Zeitraum. Allerdings gibt es noch keine verbindlichen Durchführungsvorschriften für die psychische Gefährdungsbeurteilung. In den gesetzlichen Regelungen ist lediglich klar formuliert, dass derartige Maßnahmen durchgeführt werden müssen. Wie dies aber geschehen soll, bleibt offen. Standards - wie es sie zum Beispiel bei der Leitmerkmalmethode zur manuellen Handhabung von Lasten gibt - existieren noch nicht. Stattdessen haben sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Erhebungsverfahren sowie verschiedene Vorgehensweisen etabliert. Letztendlich hängen die eingeleiteten Maßnahmen aber immer von den unternehmensspezifischen Gegebenheiten und Faktoren, wie etwa Betriebsgröße oder Branche, ab.
 

Messverfahren: Fragebögen, Beobachtungsinterviews und Workshop-Verfahren

Trotz der immer weiter um sich greifenden Digitalisierung und der stetig voranschreitenden Technologisierung können Sie die psychische Gefährdungsbeurteilung allerdings nicht mit einem Gerät oder einer Apparatur durchführen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Sie keine vorgegebenen Einheiten - wie etwa in der Physik - zur Verfügung haben. Ohne eine solche Größe kann ein technisches Gerät aber keine Messungen vornehmen. Auch eine manuelle Erfassung, beispielsweise in Form von Strichlisten, stößt aufgrund des Aufwands schnell an seine Grenzen. Somit hat sich die Methode, die Beschäftigten direkt zu befragen, sie zu beobachten und mit ihnen zu diskutieren, als diesbezüglich beste Lösung herauskristallisiert. Hierbei setzen Unternehmen vor allem auf Workshop-Verfahren, auf so bezeichnete Beobachtungsinterviews sowie auf Fragebögen. Aber Achtung: Bei jeder Befragung bzw. bei jedem Interview haben dabei natürlich auch subjektive Aspekte eine gewisse Relevanz. Gerade zwischenmenschliche Beziehungen stehen hier im Fokus, denn diese sind grundsätzlich nicht direkt messbar.
 

Schritt für Schritt: Die psychische Gefährdungsbeurteilung richtig planen und durchführen

Die Erfassung psychischer Belastungen per Fragebogen beziehungsweise per Interview oder mittels Workshop-Lösungen erfolgt dabei grundsätzlich innerhalb der Kern- bzw. Schwerpunkt-Kategorien Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation, Arbeitsumgebung, Arbeitsmittel und soziale Beziehungen. Der grundsätzliche Ablauf der Erfassung psychischer Belastungen unterscheidet sich dabei quasi nur in Nuancen bzw. im Detail von anderen Gefährdungsbeurteilungen. Dabei sollten Sie Ihre Vorgehensweise rund um die psychische Gefährdungsbeurteilung in folgenden Schritten planen und realisieren:

  • Festlegung der Bereiche bzw. Tätigkeiten, die für die unternehmensspezifische psychische Gefährdungsbeurteilung relevant sind.
  • Ermittlung der psychischen Belastung der Tätigkeit.
  • Beurteilung der psychischen Belastung.
  • Gestaltung und Realisierung von entsprechenden Maßnahmen, sofern diese erforderlich erscheinen.
  • Prüfung der Wirksamkeit der jeweils eingeführten Maßnahmen.
  • Fortschreibung bzw. Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung, sofern sich die Gegebenheiten verändert haben.
  • Erstellen einer abschließenden Dokumentation. 

Tools zur Überprüfung der psychischen Gefährdungsbeurteilung finden Sie im PEATS-Toolfinder.

Psychische Gefährdungsbeurteilung: Im Vorfeld alle relevanten Kriterien festlegen

Wesentlich ist es hier allerdings, dass Sie bereits im Vorfeld bestimmte Aspekte und Kriterien für die Durchführung, die Analyse bzw. die Auswertung sowie für die Ableitung von Maßnahmen detailliert festlegen. Folgende Fragen sollten dabei beantwortet werden:

  • Welche Verfahren kommen zwecks Erfassung zum Einsatz?
  • Wer ist für die Auswertung verantwortlich?
  • Wer erhält Einblick in welche Ergebnisse? 
  • Ab welchem Gefährdungsgrad werden Maßnahmen eingeleitet?
  • In welcher Form werden Maßnahmen aus den Ergebnissen abgeleitet?
  • Wie läuft die Einbindung der Führungskräfte bzw. der Vorgesetzten?
  • Wie lässt sich die Wirksamkeit der realisierten Maßnahmen überprüfen?
     

Die psychische Gefährdungsbeurteilung bezieht sich nicht auf die persönliche Beanspruchung 

Beachten Sie aber, dass Sie nicht fälschlicherweise die psychische Beanspruchung Ihrer Mitarbeiter in den Fokus rücken, sondern sich thematisch tatsächlich auf die psychischen Belastungen konzentrieren. Dies ist explizit im § 5 des Arbeitsschutzgesetzes formuliert. Dies macht aber auch Sinn. Denn wenn es um die Belastungen geht, können die Merkmale einer Tätigkeit vergleichsweise neutral beobachtet, erfasst, hinterfragt und diskutiert werden. Geht es aber stattdessen um die Beanspruchungen und die diesbezügliche Wirkung, sind sehr persönliche Informationen erforderlich. Eine Befragung dieser Art schürt daher häufig Ängste bei den Mitarbeitern, dass die Leistungsfähigkeit überprüft werden soll.
 

Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist in drei Analysetiefen unterteilt

Je detaillierter Sie eine psychische Gefährdungsbeurteilung vornehmen möchten, desto größer ist letztendlich dann auch der Aufwand und die erforderliche Expertise. Bei der Erfassung psychischer Belastungen wird dabei grundsätzlich zwischen drei Aufwands- bzw. Analysetiefen unterschieden:

  • Orientierende Verfahren: Hier erfolgen lediglich Messung zur Orientierung, die nicht ins Detail gehen. Dabei werden nur vergleichsweise wenige Fragen gestellt, wobei die Ergebnisse dann Hinweise auf Belastungsschwerpunkte geben. In der Praxis werden bei orientierenden Verfahren etwa 20 Fragen mit je zwei verschiedenen Antwortmöglichkeiten.
  • Screening-Verfahren: Schon etwas genauer, aber dafür auch entsprechend aufwendiger. Es werden im Vergleich zu den orientierenden Fragen rund doppelt so viele Fragen gestellt und zudem auch mehr Antwortmöglichkeiten eingeräumt. Fallspezifisch enthalten manche Screening-Verfahren auch verschiedene Beobachtungselemente. 
  • Experten-Verfahren: Während Sie in den ersten beiden Verfahren keine Experten beauftragen müssen, kommen hierbei zum Beispiel ausgebildete Psychologen zum Einsatz. Dabei nutzen die Experten in erster Linie Workshop-Verfahren und Beobachtungsinterviews, wobei sie die jeweiligen Antworten im Gutachter-Stil auswerten. 

In der Praxis bewährte Handlungsweisen und Vorgehensstrukturen

In der Praxis haben sich bislang im Hinblick auf die psychische Gefährdungsbeurteilung folgende Handlungsweisen und Vorgehensstrukturen als erfolgversprechende Lösungen etabliert:

  • Nutzen Sie die vorhandenen Strukturen, wie beispielsweise den Arbeitsschutzausschuss, und binden Sie die psychische Gefährdungsbeurteilung in diese ein.
  • Messen Sie die Belastungen zunächst in orientierender Form.
  • Greifen Sie auf wissenschaftlich geprüfte Erhebungsverfahren zurück.
  • Durch eine intensive Kommunikation mit den Mitarbeitern identifizieren Sie gezielt relevante Handlungsfelder.
  • Die Beschäftigten sollten kontinuierlich über den aktuellen Stand der jeweiligen Gefährdungsbeurteilung informiert werden. Dies schafft Transparenz, Vertrauen und Motivation.
  • Vernachlässigen Sie auf keinen Fall die Anonymität und den Datenschutz.
  • Gerade Maßnahmen in Kleingruppen haben sich als effektive Lösungen erwiesen.
  • Die Führungskräfte müssen Verantwortung übernehmen. Dafür müssen sie dann aber auch qualifiziert werden.
  • Die Realisierung bzw. die Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen sollten stetig überprüft werden.
     

Entscheidender Nebeneffekt: Die innerbetriebliche Kommunikation wird deutlich verbessert

Anzumerken ist diesbezüglich noch, dass ein Workshop zeitliche Vorteile bietet. Denn hier können Sie Erfassung, Beurteilung und Ableitung von Maßnahmen komprimiert bzw. quasi in einem Arbeitsgang erledigen. Bedenken Sie zudem, dass die psychische Gefährdungsbeurteilung grundsätzlich auf einem strukturierten Prozess basiert und kein singuläres Ereignis darstellt. Die Vorbereitung ist dabei ein ungemein entscheidender Faktor. Es ist relativ leicht sich in die Thematik einzuarbeiten. Nur wenn Sie zum Beispiel Experten-Verfahren zur Erfassung psychischer Belastungen einsetzen, ist fundierte Expertise notwendig. Letztlich zeigen die bisherigen Erfahrungen auf dem Gebiet der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, dass sich eine gezielt-effektive Umsetzung positiv auf die Arbeit Ihrer Mitarbeiter positiv auswirkt. So verbessert sich vor allem die innerbetriebliche Kommunikation, was dann wieder zu einer Steigerung der Produktivität führt.

Psychische Gefährungsbeurteilung
Arbeitsschutz
Gefährdungsbeurteilung
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Silke Weinig

Ich unterstütze Menschen darin, herauszufinden, was sie wirklich wollen & zeige ihnen, wie sie ihre Ziele erreichen.

19.07.18

Warum sich häufige Verschnaufpausen lohnen!

Rauchen oder Bewegungsmangel sind ungesund. Gemüse essen und Sport sind gesund. Und wie sind Verhaltensweisen, die auf den ersten Blick wenig zweckbestimmt wirken? Faulenzen, Musik hören, spazieren…?

Sich in der Freizeit Wohlfühlmomente zu gönnen, stärkt uns sowohl körperlich wie auch seelisch und wirkt nachhaltig gegen Stress. Selbst eine kleine Kaffeepause am Nachmittag erhöht das psychische Wohlbefinden.

Das US-amerikanische Forschungsteam um Sarah Pressmann, Professorin für Psychologie und Sozialverhalten an der Universität von Kalifornien, hat untersucht, ob Menschen über eine bessere Gesundheit verfügen, wenn sie ihren Alltagstrott häufig unterbrechen, um ihren Hobbys oder Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen. Die Wissenschaftler griffen für diese Untersuchung auf Daten von vier Studien am Pittsburgh Mind Body Center zurück, an denen 1499 Frauen und Männer aller Altersgruppen teilgenommen hatten. Die Probanden waren unter anderem gefragt worden, wie häufig sie in den vergangenen vier Wochen mindestens zehn Freizeitaktivitäten nachgegangen seien, wie zum Beispiel „jemanden besuchen“, „entspannen“ oder „die Natur geniessen“.

Fehlende Pausen machen auf Dauer krank

https://pixabay.com/de/kermit-tasse-kaffee-trinken-pause-1899259/

Die Ergebnisse zeigen, dass es denjenigen, die sich häufig Auszeiten vom Alltag gönnten, sowohl psychisch wie auch physisch besser ging. Sie fühlten sich insgesamt ausgeglichener und waren weniger depressiv. Im Vergleich zu ihnen bewerteten jene Probanden, die sich selten Zeit für ihre Lieblingsbeschäftigungen gönnten, ihr allgemeines Wohlbefinden weniger positiv. Von Müdigkeit, Erschöpfung und schlechter Laune war hier häufiger die Rede. Dieses seelische Stimmungsbild spiegelte sich auch auf der körperlichen Ebene wider. Es wurden höhere Blutdruckwerte sowie eine erhöhte Menge des Stresshormons Kortisol gemessen. Im Vergleich zu ihnen war die Gruppe derjenigen, die selbstbestimmt ihre Freizeit gestalten, schlanker und beweglicher. Insgesamt hatten sie einen rundum positiveren Eindruck von ihrem körperlichen und seelischen Zustand.

Wachheit trotz oder gerade durchs Abschalten

Die Studie zeigt, wie wichtig es ist, sich im Laufe eines jeden Tages immer mal wieder Momente der Entspannung zu gönnen. Diese Verschnaufpausen vom oft stressigen und komplexen Alltag sind wichtige Energiequellen, die unsere Batterien neu aufladen. Gemäss den Forschern ist es dabei unwichtig, wie lange diese Erholungspausen dauern − schon eine kurze Tee- oder Kaffeepause am Nachmittag kann den Energiespeicher neu auffüllen. Sie sprechen von Oasen des Wohlfühlens, in denen wir uns körperlich wie auch seelisch von den Anspannungen des Alltags kurzzeitig ausruhen können. Obgleich man sich beim Ausüben seiner Lieblingstätigkeiten oder Hobbys nicht mental anstrengen muss, ist man dennoch wach, was grosse Entlastung von Sorgen und Problemen schafft.

Kleine Fluchten helfen bei akutem Stress

Ein besonderes Augenmerk hatten die Forscher auf diejenigen Probanden, die in ihrem Leben übermässig viele stressige Situationen und Phasen zu verkraften hatten. Hier zeigte sich, dass häufige Wohlfühlmomente vor psychischen Krankheiten schützen, jedoch auf der körperlichen Ebene ihre Grenzen haben. Wer sich immer mal wieder gute und entspannende Momente in seinem Alltag einrichtete, war besser gestimmt, zufriedener und engagierter als jene, die sich kaum Musse gönnten. Körperlich zeigten sich aber keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Offenbar können Inseln der Ruhe und des Genusses irgendwann nur noch gegen akuten Stress ankämpfen. Ist der Körper jedoch erst einmal von chronischem Stress gebeutelt, verhelfen die kleinen Fluchten in Wohlfühloasen auch nicht mehr zu einer gesunden Balance.

Frühzeitig gegenlenken ist Balsam für Körper und Geist

Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, frühzeitig gegenzulenken und sich bewusst Verschnaufpausen zu verordnen. Es braucht keine teuren Wellness-Hotels oder Spa-Aufenthalte, um sich kurze entschleunigte Momente im Alltag zu gönnen. Wie wäre es, beim Mittagessen nach jedem Bissen die Gabel hinzulegen? Oder alle 25 Minuten aufzustehen und sich zu strecken? Einmal pro Tag für fünf Minuten auf dem WC zu verschwinden, um eine kleine Thai-Chi-Übung zu machen? Wenn es sein muss, können Sie sich auch den Alarm stellen, um sich an die gewünschte Pause zu erinnern. Hauptsache, Sie halten sie ein und geniessen die Momente der Ruhe und Musse. 

Selbstmanagement
Zufriedenheit
Gesundheit
Stressabbau
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Schraner Erfolgslabor GmbH

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19.10.17

Bewusstseinswandel verbessert psychische Gesundheit

Ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein und ein veränderter Umgang mit psychischen Krankheiten hat einen leichten Rückgang psychisch bedingter Krankheitstage ermöglicht.

Die steigende Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Ursachen sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Nach Muskel- und Skeletterkrankungen rangieren psychische Erkrankungen seit Jahren auf Platz 2 bis 3 der Arbeitsunfähigkeits-Top Ten. Je nachdem, wie stark die Grippewelle des Jahres ausfällt, sind höchstens noch Atemwegserkrankungen vor den seelischen Krankheiten platziert. 

Zwischen 2005 und 2015 hat sich die Zahl der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeitstage mehr als verdoppelt. Belastend ist vor allem die hohe Falldauer: im Schnitt fällt ein psychisch Erkrankter mehr als fünf Wochen aus, so die BKK in ihrem Gesundheitsreport 2016. 

Erstmals etwas weniger psychisch bedingte Krankheitstage

Allerdings konnte der BKK-Report dennoch feststellen, dass sich die Zahl der psychisch bedingten AU-Tage erstmals etwas verringert hat – um minus 6,8 AU (Arbeitsunfähigkeits)-Tage pro 100 Arbeitnehmer. Insbesondere für psychische Erkrankungen „stellt dieser Rückgang ein Novum dar, da hier bisher in den letzten 10 Jahren ausschließlich eine Zunahme zu verzeichnen war.“ Die BKK vermutet, dass „ein in den letzten Jahren gewachsenes Gesundheitsbewusstsein, die Stärkung und Umsetzung der Gesundheitsförderung, die zunehmende Entstigmatisierung von psychischen Krankheiten und der Wandel im Umgang der Betroffenen mit ihrer Erkrankung“ sich hier positiv auswirkt. 

Psychische Erkrankungen verlassen die Tabuzone

Aus unserer Sicht hat tatsächlich in den letzten Jahren ein Wandel im Umgang mit psychischen Erkrankungen stattgefunden. Zwar erzählt jemand immer noch leichter, dass er eine Grippe oder Rückenschmerzen hat, aber die meisten schämen sich auch nicht mehr in Grund und Boden, wenn sie eine psychische Erkrankung haben. Dadurch, dass mehr darüber gesprochen, von Prominenten berichtet wird, die Depressionen haben und Burnout als so gängig betrachtet wird wie ein Bandscheibenvorfall, ist es für Betroffene leichter geworden, psychische Probleme einzugestehen. Hier hat sicher auch der Generationenwandel seinen Anteil daran. 

Generationenwandel in punkto Umgang mit Stress und psychischen Problemen

Die Kriegs- und Nachkriegsgeneration war unmittelbar konfrontiert mit vielen psychisch schwer belasteten Menschen. Doch zu der Zeit wurde nicht darüber gesprochen, das Thema wurde verdrängt, die Leute wollten, dass es weitergeht in ihrem Leben und haben gehofft, dass sie die Erlebnisse erfolgreich hinter sich lassen können, wenn sie sie totschweigen. Die heutige Generation hat gelernt, über ihre Empfindungen zu sprechen, der ganze Wellnessbereich mit Yoga, autogenem Training und Meditation ist auf den Einklang von Körper und Seele ausgerichtet.

Stress- und Burnoutprävention in Firmen unterstützt seelische Gesundheit

Gleichzeitig ist die Stressbelastung gegenüber früher gestiegen. Hier sind vor allem Faktoren wie gestiegene Anforderungen und Erwartungen in Berufs- und Privatleben, Mehrfachbelastung von berufstätigen Frauen, teilweise weite Wege zum Arbeitsplatz und multimediale Einflüsse ausschlaggebend. Folgerichtig hat die Stress- und Burnoutprävention auch Einzug gehalten in Betrieben. Die zumindest leichte Rückwärtstendenz psychischer Erkrankungen bestätigt, dass Firmen, die Instrumente zur Stress- und Burnoutprävention wie MENTALindicator und MENTALscreen einsetzen, viel dazu beitragen können, Krankheitstage zu verhindern oder zumindest zu verringern. 

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