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Wer einen Engel sucht und sich nur auf weiße Flügel fokussiert, könnte am Ende mit einer weißen Gans nach Hause kommen!

13.08.14

Schluss mit den Mythen – was gute Führung ausmacht!

Ist gute Führungsfähigkeit angeboren oder kann man lernen, zu führen?

Einige behaupten, die Fähigkeit zu führen sei bestimmten Menschen angeboren und anderen nicht. Andere sagen, Führung sei nichts als Strategie, die in wenigen Schritten den gewünschten Erfolg bringt. Wesen oder Mythos – was stimmt?

Gerth Vogel vom Zentrum für Unternehmensentwicklung nahm diese Frage zum Anlass, eine wissenschaftliche Studie durchzuführen – unter den Personen, die es wissen müssen: Führungskräfte aus dem Top-Management der erfolgreichsten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.  „Die Studie ist die weltweit erste, die das Phänomen Führung messbar und transparent macht“, sagt Vogel. Dazu gewann er 102 Top-Führungskräfte aus sehr erfolgreichen Unternehmen der DACH-Region für ein Online-Assessment mit dem System Profiltext. Die Kriterien für die Auswahl waren streng: Die Unternehmen mussten älter als 40 Jahre sein, zu den ausgewiesenen Top-5 ihrer Branche gehören sowie weitgehend unabhängig und selbstständig sein und agieren. Die Führungskräfte mussten der ersten oder zweiten Führungsebene angehören und seit mindestens sieben Jahren ihre jeweilige Firma (mit-)geprägt haben. So war es Vogel und seinem Team möglich, zu prüfen, ob nachhaltiger Führungserfolg und Persönlichkeit zusammenhängen.  Bei der Auswertung der Ergebnisse wurde festgestellt, dass die erfolgreichen Unternehmensführer gern und schnell lernen, durchsetzungs- und entscheidungsstark sind, Kompromisse nur im Notfall eingehen, dafür umso freiheitsliebender, energiegeladener und sprachlich gewandt sind. Auch mit Zahlenmaterial können sie gut umgehen und darauf basierend fundierte Entscheidungen treffen. Die Vermutung, Führung sei eine Art Wesenseigenschaft, schien sich also zu bestätigen.  

Führung ist ein Bündel von Wesensmerkmalen

Um herauszufinden, ob es sich hierbei tatsächlich um eine Art „Führungs-DNA“ handelt, verglich Vogel in einem weiteren Schritt die Ergebnisse der Führungskräfte mit den Ergebnissen von 48 renommierten Bergführern aus der ganzen Welt. Bedingung für die Studienteilnahme der Bergführer war, dass diese über mindestens sieben Jahre Bergführererfahrung verfügten. Im Ergebnis der Studie zeigten sich auch diese besonders sprachgewandt, durchsetzungs- und entscheidungsstark sowie wenig kompromissbereit. Zudem waren bei den Bergführern das räumliche Denken und das Bestreben, unabhängig agieren und entscheiden zu können, sehr ausgeprägt.  Es gibt also tatsächlich eine „Führungs-DNA“, also ein Bündel an Kompetenzen und Wesensmerkmalen, die einen nachhaltigen Erfolg sicherstellt, schlussfolgert Vogel. Dies widerspreche allen üblichen Führungsmythen von großem Unternehmenserfolg in wenigen Schritten. Letztlich seien die Herausforderungen der heutigen, stets komplexer werdenden Welt auch nicht mehr mit einer allgemeingültigen Strategie zu begegnen, meint Vogel. Die individuelle und kollektive Leistung werde allein durch eine gute Führung sichergestellt – und das nachhaltig. „Erfolgreiche Führungskräfte sind heute mutig und authentisch und arbeiten mit ihren Mitarbeitern als ein Team zusammen“, fasst Gerth Vogel als Fazit zusammen.  

Bild: Portra @iStock.com

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