Jan Raisch

Bitte ergänzen Sie die Angaben.

31.05.13

Effiziente Führung bei Veränderungsprozessen

Was eine Führungskraft über Veränderungen und das richtige Verhalten während ihnen wissen muss

Veränderungen sind in unserer dynamischen und von Anpassungsprozessen geprägten Wirtschaftswelt heutzutage „business as usual“ und müssen auch nicht selten ohne Vorankündigung umgesetzt werden. Man sollte meinen, dass Veränderungsprozesse in Unternehmen mittlerweile keine besonderen Auswirkungen mehr auf die Belegschaft haben, da diese ja sowieso oft damit konfrontiert wird. WEIT GEFEHLT!

Tatsache ist, dass angekündigte und unangekündigte Veränderungen nur gelingen, wenn Führungskräfte wissen wie man in Veränderungsprozessen MitarbeiterInnen gut führt. Der alt gediente Ausspruch  „Erst in der Krise zeigt sich, was die Führungskraft taugt“, trifft hier vielleicht einfach zu! Veränderungen bringen emotionale Krisen bei Ihren MitarbeiterInnen und bei Ihnen als Führungskraft mit sich. Jeder Mensch muss die leider mitmachen. Dabei wird in der Psychologie von drei und auch vier Phasen bei Veränderungskrisen gesprochen. Im Folgenden wird ein Modell aus drei Phasen bestehend (in Anlehnung an Cullberg 1978 Vier-Phasen Modell) kurz beschrieben: 

1.Schockphase: Fernhalten der Wirklichkeit, Verleugnung der Realität, Wut, Angst, Schuldsuche, In Frage stellen von Kompetenzen 

2.Bearbeitungsphase: Abschiednehmen von alten Bedürfnissen, Akzeptieren des Geschehenen, Einsicht, Suchen von neuen Verantwortungsbereichen 

3.Neuorientierungsphase:  Entstehen neuer Werte, Öffnung zur Umwelt, Neue Verhaltens- und Erlebensweisen  

Wie oben schon erwähnt macht jeder Mensch diese Phasen durch, nicht nur Ihre MitarbeiterInnen. Was machen Sie nun als Führungskraft aus diesem Wissen?  Hier einige Anregungen:  

1.Beginnen Sie bei sich selbst! Fragen Sie sich, in welcher Phase Sie gerade stehen. Was hat sich verändert seit Bekanntmachung? Schreiben Sie sich Ihre Ergebnisse zu diesen Fragen, die Sie sich nun wöchentlich stellen, auf und gliedern Sie Ihre persönlichen Veränderungen in Fortschritte und Rückschritte. Belohnen Sie sich für Fortschritte, seien sie auch klein. Splitten Sie, wenn möglich, große anstehende Veränderungen in kleine auf. 

2.Kommunizieren Sie alles, was Veränderungen betrifft und haben Sie Geduld dabei. 

3.Seien Sie präsent und seien Sie sich bewusst, Veränderungen bringen Krisen! Zeigen Sie sich bei Ihren MitarbeiterInnen und zeigen Sie Offenheit für Gesprächswünsche, Sorgen, Nöte, Ängste. Seien Sie offen für Emotionen, auch wenn Sie manchmal chaotisch erscheinen. Informieren Sie über die Vorgehensweise für die anstehenden Veränderungen. Bieten Sie Ihren MitarbeiterInnen an besondere Teambesprechungen abzuhalten um zu partizipieren.  

4.Motivieren Sie! Erlauben Sie Fehler und zeigen Verständnis wenn dann wirklich welche gemacht werden. Geben sie Ihren MitarbeiterInnen Zeit für eine Adaptionsphase.

5.Geben Sie vielleicht auch zu, dass Sie sich selbst mit Ängsten und Sorgen beschäftigen. Das macht Ihrer Autorität keinen Abbruch in diesem Fall, sondern zeigt Ihren Beschäftigten, dass Sie keine Maschine sind.  "Wege entstehen dadurch, dass man sie geht."  Franz Kafka 

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende Woche! 

Bild: JohnnyGreig @ iStock.com 

autoritaet
fuehrung
krise
motivation
psychologie
vier-phasen-modell