Peats Redaktion

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10.10.17

Eignungsdiagnostik im Startup? Das müssen Gründer beim Recruiting beachten

Was müssen Gründer beim Recruiting? Die Vergleichsplattform PEATS gibt Tipps für die Personalauswahl im Startup.

Das Gründerteam hat sich gefunden hat, der Businessplan ist aufgestellt. Wie geht es weiter? Wer erfolgreich sein möchte, braucht über kurz oder lang talentierte Fachkräfte, die sich ideal in das Gründerteam einfügen und tatkräftig Unterstützung leisten können. Aber was müssen Gründer beim Recruiting eigentlich beachten und inwieweit sind eignungsdiagnostische Lösungen eine sinnvolle Ergänzung im Einstellungsprozess? PEATS gibt Tipps für die Personalauswahl im Startup.

Warum intrinsische Motivation im Startup von Vorteil ist

Für Startups sind eignungsdiagnostische Lösungen geeignet, mit denen unter anderem die Motivation des Bewerbers ermittelt wird. Der Faktor der Motivation hängt mit individuellen Werten und Idealen zusammen. Mittels einer Motivationsanalyse können Gründer herausfinden, was den potenziellen Mitarbeiter antreibt und/oder was ihn hemmt. Je nach Motivator muss ein Unternehmen seine Mitarbeiter ideal motivieren, um diese langfristig zu halten und erfolgreich zu sein.

In der Auswertung einer Motivationsanalyse wird unter anderem zwischen einer intrinsischen und einer extrinsischen Motivation unterschieden.

  • Wer intrinsisch motiviert ist, arbeitet aus Überzeugung. Intrinsische Mitarbeiter zeigen hohes Lernpotenzial und schöpfen ihre Motivation von innen heraus: Sie möchten sich mit etwas beschäftigen, dass sie selbst interessiert, einen Sinn ergibt und einem (guten) Zweck dient. 
  • Im Gegensatz dazu ist der Antrieb von extrinsisch motivierten Menschen oft äußerer, materieller Art. Sie arbeiten aufgrund von finanzieller Belohnung und Anerkennung. Wer extrinsisch motiviert ist, erhofft sich durch seine Arbeit konkrete Vorteile wie Prämien, Gehaltserhöhungen oder einen Firmenwagen. Sie streben nach Status und Einfluss.  

Insbesondere ersteres ist für Mitarbeiter in einem Startup ideal. Für ein Startup sind materielle Belohnungen der Mitarbeiter aus finanziellen Gründen nicht immer in einem großen Rahmen umsetzbar. Aus diesem Grund sollten Gründer sich vor allem mit den Bewerbern beschäftigten die eine intrinsische Motivation aufweisen und genau diese von ihrer Idee oder ihrem Produkt überzeugen. Diese Aspekte haben einen wichtigen Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit und damit auch auf die Mitarbeiterbindung. 

Falsche Personalentscheidungen kratzen am Startup-Budget

Viele junge Unternehmen sind hinsichtlich Personalentscheidungen unerfahren und unterschätzen, welche finanziellen Verluste mit personellen Fehlentscheidungen verbunden sind.  

Sehen wir vom zeitlichen Aufwand bis zur Einstellung und Vertragsunterzeichnung einmal ab, investieren Unternehmen und Mitarbeiter viel Zeit in die Einarbeitung eines neuen Kollegen. Ist dieser überfordert, unterfordert oder schlicht aufgrund des Team Fits unzufrieden, entstehen hierdurch finanzielle Kosten. Sobald sich Arbeitgeber oder Arbeitnehmer zu einer Kündigung entschließen, beginnt die Suche von vorne. 

Solche Fehlbesetzungen sind mit hohen Kosten verbunden, die für ein Startup nicht immer tragbar sind. Gründer sollten bei der Stellenbesetzung also unbedingt gründlich vorgehen und abwägen. Dies betrifft insbesondere Neueinstellungen, doch auch langjährige Mitarbeiter müssen zufrieden gestellt und weiterentwickelt werden. Eine hohe Mitarbeiterfluktuation und hohe Kosten gehen also immer Hand in Hand. 

Um eine ideale Mitarbeiterbindung aufzubauen und zufriedene Mitarbeiter zu beschäftigen, können sich Gründer von eignungsdiagnostischen Verfahren und Beratern unterstützen lassen. Das Prüfen des Team Fit in einem persönlichen Gespräch, das Herausfinden der Motivation und möglicher Fachkenntnisse sind hier hilfreich. 

Warum Team und Cultural Fit im Startup so wichtig sind

Der Team und Cultural Fit haben in einem Startup einen besonders hohen Stellenwert. Je nach Tätigkeitsfeld und Position kann dem Team Fit eine höhere Bedeutung zukommen als den reinen Fachkenntnissen.

Das hat nicht nur etwas damit zu tun, dass in vielen jungen Unternehmen eine etwas lockere Atmosphäre sowie flache Hierarchien herrschen - ein gemeinsames Feierabendbier oder ein Kickerturnier zählen hier zu den stereotypen Beispielen. Der Team und Cultural Fit sind darum besonders wichtig, weil ein Startup nicht immer nur rosige Zeiten erlebt. Ein Gründer braucht ein Team, das hinter ihm steht und mit dem es gemeinsam durch dick und dünn gehen kann. Auch die Unternehmensgröße spielt beim Team Fit eine entscheidende Rolle: Da in einem Startup die Anzahl der Mitarbeiter meist überschaubar ist, können sich Spannungen oder persönliche Konflikte untereinander schnell auf die Stimmung des gesamten Teams übertragen. 

In einem persönlichen Vorstellungsgespräch sollten Gründer also insbesondere auf ihren ersten Eindruck vom Bewerber achten und idealerweise Sympathie feststellen. Im besten Fall findet das Gespräch mit mehreren Teammitgliedern statt und funktioniert ähnlich wie eine offene Gesprächsrunde. Auf diese Weise können Unternehmen dem Bewerber die Anspannung nehmen und ein möglichst authentisches Teammeeting simulieren. 

Zu wenig Zeit, zu viel Verwaltung

Wer ein Startup gründet, hat den Kopf meist voller Pläne, Ideen, Vorschläge, Abwägungen und das Durchspielen verschiedener Situationen. Durch die intensive Verbindung des Gründers zu seinem Unternehmen sind sie auch emotional meist durchgängig in einer spannenden Berg-und-Tal-Fahrt. Dennoch muss irgendwo zwischen Vertriebstelefonaten, Freelancer-Briefing und Bankgesprächen noch Zeit und Raum bleiben, um neue Mitarbeiter einzustellen. 

Im Allgemeinen unterschätzen viele Jungunternehmer den Zeit- und Verwaltungsaufwand, der mit dem Recruitingprozess verbunden ist. Alle Bewerbungsunterlagen und jeder CV muss konzentriert durchgearbeitet und hinterfragt werden. 

Sinnvoll ist es also, sich bereits vor der Stellenausschreibung zu verdeutlichen, welche Fähigkeiten für die Vakanz zwingend notwendig sind und wie der Einstellungsprozess aussehen sollte. Nur ein geplanter und weitestgehend identischer Ablauf ermöglichen einen guten Vergleich von Bewerbern. Auch Antworten auf potenzielle Fragen des Bewerbers hinsichtlich Urlaubstagen, Weiterbildungen oder Kündigungsfristen müssen sich Gründer vorher überlegen.

Eignungsdiagnostik hilft Gründern, Ressourcen zu sparen

Eine eignungsdiagnostische Lösung kann Gründer beim Recruiting unterstützen und den gesamten Prozess vereinfachen. Dies kann zum Beispiel ein vor dem persönlichen Gespräch geschalteter Test sein, um die Personalauswahl zu verkleinern und vor allem zu verfeinern. Durch einen Test wird bereits eine qualitative Vorauswahl des Bewerberpools getroffen. Die Unternehmen können sich aufgrund der Ergebnisse überlegen, wen sie im Anschluss persönlich kennenlernen möchten. 

Je nach Vakanz liegen die Schwerpunkte unterschiedlich, weshalb sich ganz individuelle Verfahren anbieten: Wer einen Vertriebler sucht, kann über einen Vertriebs- oder Verhaltenstest konkret Kompetenzen und Fähigkeiten für die Position herausfinden. Bei einem Werkstudenten sind Intelligenz und Gewissenhaftigkeit von größerer Bedeutung - ein Intelligenztest sowie ein passendes Verfahren wie zum Beispiel das Big Five Modell  sind hierfür also ideal.

Weniger Hemmungen gegenüber Eignungsdiagnostik

Wer ein Team für sein Startup gründet, sucht in der Regel nach jüngeren Mitarbeitern. Das hat oft einen finanziellen Grund - jüngere Beschäftigte haben weniger Berufserfahrung und sind dadurch für ein junges Unternehmen bezahlbar im Gegensatz zu Senior-Experten und Führungskräften, die seit mehr als zehn Jahren fest im Job stehen. 

Dies ist ein Vorteil für die Eignungsdiagnostik, denn tatsächlich sind die Hemmungen und Ressentiments gegenüber Eignungs- oder Verhaltenstests bei jüngeren Fachkräften sehr viel geringer als bei älteren Generationen. Das hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass sie wenig oder keinen Freiheitsgedanken verspüren - eher im Gegenteil: Jüngere Generationen sind häufig angstfreier, haben Vertrauen zu wissenschaftlichen, datenbasierten Auswertungen und sehen Eignungsdiagnostik als eine Form des Individualismus. 

Wer als Gründer mit dem Gedanken spielt, einen Eignungs- oder Verhaltenstest in sein Recruiting zu implementieren, muss sich nur wenig Sorgen darum machen, dass er dadurch Bewerber abschreckt.

Exkurs: Warum hat die Eignungsdiagnostik in Deutschland einen schlechten Ruf? 

Potenzialanalysen, Personaltests und andere Verfahren aus der Eignungsdiagnostik haben in Deutschland keinen besonders guten Ruf. Diese Reputation rührt unter anderem von dem Freiheitsgedanken der 68er: Die bis dahin etablierten Verfahren wurden in der Zeit stark als Kategorisierungen und Schubladendenken verpönt. Der Eignungsdiagnostik wurde jegliche Aussagekraft abgesprochen. Viele Verfahren kamen in den 70er und 80er Jahren zum Stillstand, der Markt war platt. Erst in den 90er Jahren belebten wieder einige Anbieter den Markt, neue Technologien machten diesen Schritt einfacher. 

Beratung und spezielle Eignungsdiagnostik im Startup

Welcher Gründer mit dem Gedanken spielt, seine Personalauswahl mit einer eignungsdiagnostischen Lösung zu ergänzen, kann sich auf Vergleichsportalen nach dem richtigen Tool umsehen. Zum Beispiel im PEATS-Toolfinder. Es gibt bereits kostengünstige Alternativen, dessen Implementierung weniger als 100 Euro kostet. Auch die Vorbereitungszeit kann sich - je nach Vorhaben, Tätigkeit und Tool - in Grenzen halten und ist im Vergleich zum Recruiting ohne Instrumente gering. Darüberhinaus gibt es spezielle Tools, die explizit für das Recruiting im Startup entwickelt wurden.

Es gibt mittlerweile auch viele Berater, die sich auf die Personalauswahl und die Personalentwicklung von Mitarbeitern im Startup spezialisiert haben. Die Berater haben vor allem die Persönlichkeitsmerkmale im Blick und beraten das Gründerteam, auf welche Merkmale sie einen besonderen Blick werfen sollten. Das sind beispielsweise Unternehmertum, Eigenständigkeit, aber auch Risikoaffinität. 

Die Kombination macht's

Das Gründerteam eines Startups hofft meistens auf eine schnelle und erfolgreiche Umsetzung ihrer Ideen. Dies funktioniert langfristig aber nur, wenn sie kompetente und motivierte Mitarbeiter beschäftigen, die sich von der Gründeridee haben überzeugen lassen. Eine One-Man-Show ist je nach Geschäftsmodell und Businessplan nur bedingt umsetzbar. Es ist nicht immer leicht, gute und motivierte Fachkräfte zu finden und für sich zu überzeugen. Eine eignungsdiagnostische Lösung kann Gründer hier unterstützen. Die Kombination aus Analyse und persönlichem Gespräch hilft, bei Personalentscheidungen Zeit zu sparen und eine langfristige Mitarbeiterbindung aufzubauen. 

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