Stephan Stockhausen , Manufaktur für Wachstum GmbH

Mensch und Wirtschaft natürlich verbunden

20.02.13

10 Tipps bei der Coachauswahl

Worauf Sie achten müssen, um den richtigen Coach für sich zu finden

Wie finde ich den richtigen Coach? Kein ganz einfaches Unterfangen, wenn ein Markt voll ist mit einer Vielzahl von Anbietern, die alle mehr oder weniger deutlich Erfolg versprechen. 10 praktische Hinweise, die Sie bei der Coachauswahl berücksichtigen sollten: 

1. Hören Sie sich im Umfeld um 

Im Kollegen-, Freundes- und Bekanntenkreis gibt es häufig Erfahrungen mit Coaches. Über gute Arbeit wird gesprochen, zumindest wenn man direkt danach fragt.  

2. Hinterfragen Sie die Qualifikation 

Das Leben oder die berufliche Biographie haben Ihren Coach geschult? Achtung! Nicht Erfahrung sollte die Grundlage einer Coachingtätigkeit sein, sondern eine profunde Ausbildung ind er Gestaltung lösungsorientierter Gesprächsprozesse. Klären Sie nicht nur die Coachingausbildung, sondern auch das aktuelle Vorgehen zur Reflexion und Entwicklung der Tätigkeit als Coach. Professionelle Coaches sorgen dafür, dass sie sich als Person stets entwickeln und hinterfragen. Und übrigens ist nicht jeder Coachingexperte (zum Beispiel Ausbilder) auch gleich ein guter Coach - Jürgen Klopp blickt auch nicht auf eine strahlende Fußballerkarriere zurück. 

3. Fragen Sie nach Risiken und Nebenwirkungen 

Seriöse Coaches informieren nicht nur über Möglichkeiten, sondern auch über Gefahren, Nebenwirkungen und ggf. Misserfolge von Coachingprozessen. Lassen Sie sich nicht vom schönen Schein blenden.  

4. Erfragen Sie die Positionierung 

Ein Coach für alles klingt nach der eierlegenden Wollmilchsau. Mancher Coach ist derartig aufgestellt. Gute Coaches sind spezialisiert, signalisieren thematische oder persönliche Grenzen und zeigen zugleich auf, mit wem sie im Kern mit welchem Nutzen arbeiten. Achten Sie auch darauf, wie kongruent Ihnen die Präsentation von Person, Unterlagen und Ausdruck erscheint.  

5. Verstehen Sie die Haltung des Coaches 

Ausgebildete Coaches haben eine Haltung. Zu sich, zum Coachingprozess, zu Kunden usw. Was sagt der Coach über sich, und welche Haltung nimmt er dabei ein? Sie müssen mit dieser Haltung nicht einverstanden sein (das könnte sogar hilfreich für Ihre eigene Klärung sein). Erscheint Ihnen die Haltung beliebig, könnte es sein, dass Ihnen nach dem Mund geredet wird. Dies gilt auch, wenn der Coach finanziell abhängig wirkt. Dann kann es zudem sein, dass er (unbewusst) den Coachingprozess verlängert.  

6. Erfragen Sie die Unterschiede zur Therapie 

Coaching und Therapie unterscheiden sich eindeutig. Ein professioneller Coach kann Ihnen die Grenze verdeutlichen und ist für Grenzsituationen gewappnet.  

7. Lassen Sie sich Spielregeln erklären 

Gute Coaches sind methodisch kompetent und setzen ihre Methoden zielgerichtet ein. Sie wissen um ihre Rolle als Prozessverantwortliche und können klar benennen, unter welchen Spielregeln Coaching abläuft. Dabei sollten Sie sich stets als Partner im Prozess verstanden wissen.  

8. Fragen Sie nach Referenzen 

Achten Sie darauf, ob der Coach Diskretion wahrt. Dennoch kann ein Coach häufig Referenzen benennen oder hat autorisierte Kundenstimmen zur Hand.  

9. Vergleichen Sie mehrere Angebote 

Sie können den erstbesten Coach engagieren. Sinnvoll ist allerdings, sich drei Personen/Angebote anzuschauen und sie zu vergleichen. Vertrauen Sie dabei nicht allein auf Webseiten oder Präsentationen in Datenbanken. Suchen Sie den persönlichen Eindruck. Dies ist bei kompetenten Coaches generell kostenfrei. Prüfen Sie anschließend, zu wem Sie das größte Vertrauen haben.  

10. Nutzen Sie eine persönliche Checkliste 

Zur Inspiration hier noch einmal unsere Checkliste vor, während und nach dem Coaching (bitte für den persönlichen Gebrauch anpassen, ändern, ergänzen):  


  • Wie prüft Ihr Coach, ob Coaching überhaupt (noch) angezeigt/passend ist?
  • Wie unabhängig und frei fühlt sich Ihr Coach, um ggf. auch Ihren Auftrag abzulehnen?
  • Wie hinterfragt Ihr Coach Sinn und Zweck Ihrer Ziele und stellt diese wertschätzend in Frage?
  • Wie macht Ihr Coach Sie auf die „Veränderungskosten“ bzw. die Reaktionen der Umwelt aufmerksam?
  • Haben Sie oder Ihr Coach die Kontrolle in den Gesprächen?
  • Wie unterstützt Ihr Coach Sie, um sich auch auf unangenehme Erfahrungen und Gefühle einzulassen?
  • Wie haben Sie geprüft, ob Sie bereit sind, sich wirklich auf Neues einzulassen?
  • Wie sehr sind Sie bereit, Ihr Verhalten, das bis jetzt auch zu Ihrem Erfolg beigetragen hat, in Frage stellen zu lassen?
  • Wie bewusst ist Ihnen, dass Veränderung bedeuten kann, aus dem Gleichgewicht zu geraten und wie gehen Sie damit um?
  • Wie sehr ist Ihr Coach mit sich im Reinen? Was will er Ihnen beweisen?
  • Wie macht Ihr Coach Sie darauf aufmerksam, dass Sie sich selbst beschuldigen oder einfach nur klagen?
  • Wie fordert Ihr Coach Sie auf, sich auch mit den Seiten Ihrer Person zu beschäftigen, die Sie bestenfalls im stillen Kämmerlein zeigen wollen?
  • Wie viele andere Coaches haben Sie sich vor dem Coaching angeschaut? Auf welcher Grundlage basiert eine Empfehlung?
  • Wie sehr sind Sie gefordert, aus Erkenntnissen konkrete Umsetzungsschritte zu erarbeiten?
  • Wie werden Sie mit „Umsetzungsschwierigkeiten“ konfrontiert?
  • Wie gut trennt Ihr Coach zwischen beruflicher und privater Ebene?

Rund um dieses Thema gibt es bereits Artikel in unserem Blog www.manufaktur-wachstum.de.

Bild: simarik  @ iStock.com 

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