Die Stärken stärken

Für den Arbeitserfolg kann es entscheidend sein, die eigenen Stärken anzuerkennen und weiter auszubauen

Viele Arbeitnehmer versuchen ihr Leben lang, ihre „Schwächen“ auszumerzen. Sinnvoller wäre es, die Talente zu schleifen.

„Ich bin pedantisch.“ „Ich werde schnell ungeduldig.“ „Ich bin nicht kreativ.“ Solche Aussagen hören Berater und Coaches oft, wenn sie Berufstätige fragen, warum ihnen bestimmte Aufgaben Probleme bereiten. So detailliert listen sie dann ihre Schwächen auf, dass man den Eindruck gewinnen könnte: Diese Person hat keinerlei Stärken. Dabei zeigt ein Blick in den Lebenslauf meist: Die Person hat schon viele Herausforderungen gemeistert.  Ähnlich verhält es sich, wenn sich Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern zu Förder- und Entwicklungsgesprächen zusammensetzen. Auch dann spielen deren Schwächen häufig eine so große Rolle, dass man sich fragt: Warum wurde dem Mitarbeiter noch nicht gekündigt? Eine Ursache hierfür ist: Viele Führungskräfte thematisieren in den Gesprächen vor allem, was in der Vergangenheit nicht optimal verlief. Nur wenig Zeit verwenden sie hingegen darauf, mit dem Mitarbeiter zu erkunden: Was lief gut? Warum lief es gut? Und welche Fähigkeiten zeigte der Mitarbeiter dabei? Was gut war, wird im Handumdrehen abgehakt, um anschließend die Aufmerksamkeit ganz auf die Schwächen und Versäumnisse zu richten.  Diese Schieflage spüren die Mitarbeiter. Deshalb erfahren sie die Förder- und Entwicklungsgespräche vor allem als Kritikgespräche. Und sie blicken ihnen mit Unbehagen entgegen. Dabei sollten sie sich hierauf freuen, weil sie wissen: In dem Gespräch suchen mein Chef und ich einen Weg, wie ich meine Fähigkeiten noch besser entfalten kann.    

Stärken werden oft nicht wertgeschätzt

Eine Ursache hierfür ist: Vieles, was wir – und die Menschen, mit denen wir regelmäßig Kontakt haben – gut machen, erachten wir als selbstverständlich. So erfüllt es zum Beispiel manch guten Organisator nicht mit Stolz, dass er gut organisieren kann. Und viele exzellente Zuhörer sind nicht stolz darauf, dass sie gut zuhören können.  Anders verhält es sich mit den Denk- und Verhaltensmustern, an denen wir uns regelmäßig stoßen – zum Beispiel, weil wir ein anderes Wunschbild von uns haben. Mit ihnen beschäftigen sich viele Menschen tagein, tagaus. Und ihr Streben richtet sich vor allem darauf, ihre Schwächen ab- statt ihre Stärken auszubauen. Ähnliches gilt für viele Führungskräfte. Auch sie erachten das, was ihre Mitarbeiter gut können und tun, als selbstverständlich – zum Beispiel, dass sie alle Termine einhalten oder viel Eigeninitiative zeigen. Also verlieren sie hierüber kaum Worte. Stattdessen wenden sie ihre Aufmerksamkeit den Verhaltensmustern zu, bei denen ihre „Untergebenen“ ihrem Wunschbild nicht entsprechen – selbst wenn diese für den Arbeitserfolg wenig Bedeutung haben.  Ein Umdenken findet meist erst statt, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt und ein Neuer seinen Platz einnimmt. Dann wird der Alte glorifiziert. „Der Huber ließ sich zwar schwer führen, doch verkauft hat er wie ein Weltmeister.“ Dann ist das, was zuvor selbstverständlich war, plötzlich nicht mehr selbstverständlich.  Führungskräfte sollten, wenn sie mit einem Mitarbeiter über dessen Arbeit und künftige Entwicklung sprechen, mit ihm vor allem erörtern: Warum hat der Mitarbeiter diese und jene Aufgabe gut erledigt? Welche Fähigkeiten zeigte er dabei? Und: Wie sollte sein Arbeitsfeld aussehen, damit er diese noch stärker entfalten kann? Denn Mitarbeiter werden nur absolute Spitzenkräfte, wenn sie ihre individuellen Fähigkeiten schleifen. Verwenden sie ihre Zeit und Energie hingegen vor allem darauf, ihre Schwächen zu beseitigen, dann entrinnen sie nie der Mittelmäßigkeit. Ein Michael Schumacher wäre nie der beste Formel-1-Pilot geworden, wenn er zugleich versucht hätte, den Nobelpreis in Physik zu erringen.   

„Schwächen“ sind übertriebene Stärken

 Bei einem genauen Betrachten der sogenannten Schwächen zeigt sich zudem meist: Sie sind übertrieben ausgeprägte Stärken. So arbeitet zum Beispiel eine Person, die „zur Pedanterie neigt“, sehr gewissenhaft. Eine Eigenschaft, die jeder Buchhalter braucht. Zur Schwäche wird ein solches Verhalten erst, wenn der Mitarbeiter Aufgaben wahrnimmt, bei denen dieses Verhalten den Erfolg eher verhindert als fördert.  Hierfür ein Beispiel. Wenn ein Fluglotse zig Mal prüft, ob die Landebahn frei ist, bevor er einem Flugzeug die Landeerlaubnis erteilt, dann handelt er verantwortungsbewusst und nicht zögerlich. Denn eine falsche Entscheidung kann Hunderte Menschen das Leben kosten. Prüft ein Einkäufer hingegen vorm Kauf von zehn Pack Klopapier hundert Mal, wo er diese günstiger erhält, dann ist dies eher ein Zeichen mangelnder Entschlusskraft. Dasselbe Verhalten kann also eine Stärke und eine Schwäche sein.  Diese Zusammenhänge sind vielen Menschen nicht bewusst. Wenn sie im Alltag häufig mit denselben Schwierigkeiten kämpfen, verdichtet sich bei ihnen schnell das Gefühl: Ich habe hier eine Schwäche. Dieses Gefühl wird mit der Zeit so stark, dass sie ihre Stärken aus dem Blick verlieren. Entsprechend unsicher werden sie.  Dann ist oft ein neutraler Gesprächspartner nötig, der ihnen die Augen öffnet – nicht nur für ihre offensichtlichen Stärken, sondern auch für die Stärken, die sich hinter ihren „Schwächen“ verbergen. Dies eröffnet ihnen neue Handlungsperspektiven.  Ein solches Augen-Öffnen ist auch fruchtbar, weil viele Menschen, die regelmäßig gegen dieselben Barrieren stoßen, glauben: Ich muss mich radikal verändern. Wenn die meisten Schwächen jedoch übertrieben ausgeprägte Stärken sind, ist das nicht nötig. Dann genügen oft kleine Verhaltenskorrekturen, um wieder in die Erfolgsspur zu gelangen.  

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Peats Redaktion

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02.11.17

Potenzialanalyse im Coaching: Methodik und Ablauf

Worauf es bei einer Potenzialanalyse ankommt und wieso die Durchführung mit einem Coach besonders geeignet ist, erklärt das Vergleichsportal PEATS.

Egal ob privat oder beruflich, ob allgemein oder positionsbezogen, Berufseinsteiger oder Experts - eine Potenzialanalyse eignet sich für viele verschiedene Ausgangssituationen, in denen persönliche Stärken und Schwächen herausgefunden werden sollen.

Im Rahmen des Talent Management sind Potenzialanalysen für Mitarbeiter eine erfolgversprechende Methode. Worauf es hierbei ankommt und wieso sich die Durchführung mit einem Coach besonders eignet, erklärt das Vergleichsportal PEATS.

Was ist eine Potenzialanalyse?

Die Terminologie eignungsdiagnostischer Verfahren ist nicht immer eindeutig. Verschiedene Anbieter und/oder Quellen verwenden unterschiedliche Begriffe für das gleiche Phänomen. Dies betrifft die Beschreibung von Talent Management-Prozessen ebenso wie die Anwendung einer Potenzialanalyse. Daher soll eine vorangestellte Definition der Potenzialanalyse Klarheit schaffen und die nachfolgenden Inhalte verdeutlichen. 

Unter Potenzialanalyse verstehen wir eine Untersuchung, in der individuelle Stärken, Schwächen, Talente und Potenziale eines Teilnehmers über einen Fragebogen ermittelt werden. Eine Potenzialanalyse kann sequentielle oder absolute Ergebnisse ermitteln. Sprich: Welche Karrierestufe ist für den Mitarbeiter als nächstes sinnvoll (zum Beispiel die Verantwortung eines neuen Projektes) oder welche Möglichkeiten sind für den Mitarbeiter ganz allgemein möglich (zum Beispiel eine Abteilungsleitung mit einem 30-köpfigen Team in 10 Jahren)? Vor einer diagnostischen Analyse müssen sich Unternehmen außerdem überlegen, wer in erster Linie von der Untersuchung profitieren soll - der Mitarbeiter oder das Unternehmen? 

Der richtige Zeitpunkt einer Potenzialanalyse

Der Zeitpunkt für die Potenzialanalyse ist abhängig von der jeweiligen Ausgangssituation: Abiturienten und Studienabsolventen, die nach Abschluss der Ausbildung ihre Potenziale erkennen möchten, erhalten mit einer solchen Analyse konstruktives Feedback und Unterstützung. 

Für Unternehmen ist eine Potenzialanalyse ein ideales Hilfsmittel für Auswahlprozesse und Einstellungsverfahren - also zum Beispiel beim Recruiting von Führungskräften. Eine Platzierung der Analyse  innerhalb des Bewerbungsprozesses, also vor der finalen Einstellung, eignet sich hierfür am besten. 

Gleichzeitig ist die Potenzialanalyse auch im Rahmen von Personalentwicklungsmöglichkeiten und Mitarbeiterförderung innerhalb eines bestehenden Teams sehr sinnvoll eingebettet. Wer im Zuge seines Talent Managements die Potenziale seiner Mitarbeiter erkennen und fördern möchte, stärkt mit eignungsdiagnostischen Lösungen wie der Potenzialanalyse die Mitarbeiterbindung und hat damit wirtschaftliche Planungssicherheit.

Methodik von Potenzialanalysen

Es gibt verschiedene Methoden und Herangehensweisen Potenzialanalysen durchzuführen. Dazu zählen

  • mit Fachliteratur in Eigenregie
  • mit der Personalentwicklung
  • mit einem externen Coaching 

Eine private Potenzialanalyse ohne externe Unterstützung geht mit großer Selbstdisziplin einher, da Teilnehmer hierfür Zeit, Eigeninitiative und Gewissenhaftigkeit mitbringen müssen. Die Versuchung ist groß, sich bei der Auswertung selbst besser darzustellen oder seine Ergebnisse zu beschwichtigen. 

Die Durchführung mit den HR-Managern aus der Personalentwicklung ist durchaus möglich, sofern die Kollegen hier über entsprechende Erfahrungen verfügen. Potenzialanalysen im internen Kreis sind nicht immer erfolgversprechend. Unerfahrene Kollegen sowie Rollenkollisionen von bereits im Unternehmen beschäftigten Kollegen können dazu führen, dass Mitarbeiter im Gespräch gehemmt sind. Das Gelingen hierfür ist abhängig von der gelebten Unternehmenskultur und dem Rollenverständnis einzelner Beteiligter. Wenn Rollen, Aufgaben und Grenzen klar abgesteckt sind, kann eine Potenzialanalyse auch innerhalb der Personalentwicklung erfolgreich verlaufen.

Um offene und zielführende Gespräche zu führen und dementsprechend von der Potenzialanalyse zu profitieren, eignen sich sonst jedoch externe Coaches und Berater. Wie diese Methodik ablaufen kann, lesen Sie im Folgenden.

Potenzialanalyse durch Coaching

Abstimmungsprozesse zu Beginn klären

Wenn Unternehmen sich für die Durchführung einer Potenzialanalyse mit einem externen Coach entscheiden, erfolgen im Vorwege eine Reihe von Abstimmungsprozessen zwischen Unternehmen und Coach. Themen der Abstimmung sind der gesamte Ablauf der Analyse, gesetzte Ziele sowie Erwartungen, aber auch Grenzen und der Umgang der Rückmeldungen am Ende des Coachings. 

Leistungen, Motivationen und soziale Kompetenzen im Test

Abhängig davon, ob mit der Potenzialanalyse eine spezifische Stelle besetzt werden soll oder ob sie dem allgemeinen, positionsunabhängigen Talent Management zugeordnet ist, leitet der Coach den Mitarbeiter mit verschiedenen Schwerpunkten durch das Gespräch. 

Der vom Mitarbeiter zuvor ausgefüllte Fragebogen liefert ideale Einstiegsmöglichkeiten in das Gespräch, das vergleichbar ist mit einem Interview. Im Austausch sollen die Merkmale des Mitarbeiters herausgefunden werden, der Beschäftigte soll sich diesen aber auch selbst bewusst werden. Potenzialanalysen bestehen zu einem Teil aus der reinen Diagnostik, zum anderen aus der Selbstreflexion des Mitarbeiters. Inhalte sind bisherige Leistungen, Motivationen und soziale Kompetenzen, die zum Beispiel für eine Führungsposition relevant sind. Es geht bei einer Potenzialanalyse mit einem Coaching also darum, gemeinsam berufliche Qualifikationen und zukünftige Jobausrichtungen zu erarbeiten. Verschiedene Beratungsstrategien erfahrener Coaches vereinfachen diesen Schritt.

Das Gespräch zwischen Coach und Mitarbeiter soll nicht nur Leistungen und Kompetenzen analysieren, sondern auch allgemein berufliche Stationen beleuchten. Wo haben Sie sich wohl gefühlt? Woran lag das? Die aktuelle Zufriedenheit sowie zwischenmenschliche Konflikte oder Schwierigkeiten im Beruf stehen ebenfalls im Fokus der Konversation. 

Realistisches Feedback und Ziele

Zu einer Potenzialanalyse mit einem Coach gehört immer auch ein ausgiebiges Feedback. Was ha t die Analyse ergeben? Welche Schlüsse kann der Mitarbeiter hieraus für die berufliche Position und die gesamte Karriere ziehen? Wo kann der Mitarbeiter seine Stärken einsetzen? In gemeinsamer Arbeit können Coach und Mitarbeiter hier Ziele setzen. 

Soll eine spezifische Position besetzt werden, kann der Coach die Ergebnisse der Potenzialanalyse mit den Anforderungen an die Stellenausschreibung abgleichen und darauf aufbauend realistische Hinweise zu einer möglichen Deckungsgleichheit geben. Auch aus diesem Grund ist ein Coaching sinnvoll - wer von extern auf die Potenziale und Talente eines Mitarbeiters schaut, beurteilt sehr viel objektiver als die Kollegen aus der Personalabteilung. 

Der Austausch zwischen Coach und Personalabteilung 

Im Nachgang findet auch noch ein Austausch zwischen Personalabteilung und Coach statt - die Topics sind abhängig von der vorherigen Vereinbarung und Ausgangssituation: Handelt es sich um ein Talent Management-Verfahren, in dem ein Mitarbeiter für eine Führungskräfteentwicklung beurteilt werden soll, findet im Anschluss ein Gespräch mit den Ergebnissen statt. Ist die Potenzialanalyse vor allem für den Mitarbeiter ausgelegt, wird vor dem Gespräch klar vereinbart, inwieweit ein anschließender Austausch stattfinden soll. Wird eine Verschwiegenheit vereinbart, findet das gesamte Gespräch vertraulich statt, der Coach trägt dann keine Ergebnisse an die Personalabteilung weiter.

Wer die Möglichkeit hat, seinen Mitarbeitern eine Potenzialanalyse zu ermöglichen, sollte hier nicht zögern. Hochwertige Gespräche mit einem großen Nutzen für den Mitarbeiter haben einen positiven Einfluss auf die Motivation und damit auch auf die Leistung des Arbeitnehmers. Unternehmen wissen genauer um die Stärken der Belegschaft und können gezielt fördern und einsetzen. 

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Peats Redaktion

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05.10.17

Erfolgreiches Talent Management: Talente suchen, finden und fördern

Für erfolgreiche Personalentwicklungskonzepte ist ein erfolgreiches Talent Management unerlässlich. Aber was ist Talent und warum ist es so sinnvoll, die Begabungen seiner Mitarbeiter auszugraben?

Für erfolgreiche Personalentwicklungskonzepte ist ein erfolgreiches Talent Management unerlässlich. HR-Manager müssen die Begabungen ihrer Mitarbeiter kennen und wissen, welche Möglichkeiten das eigene Arbeitsplatzumfeld bietet, um diese Talente zu entfalten. Aber was ist eigentlich Talent und warum ist es so sinnvoll, die Begabungen seiner Mitarbeiter auszugraben?  

Zum Einstieg: die Herkunft des Begriffs Talent

Wer nach den Ursprüngen des Wortes "Talent" sucht, stellt schnell fest, dass es zunächst nichts mit irgendeiner Form von Begabung zu tun hatte. Vielmehr steht "talanton" im Altgriechischen für Gewicht bzw. Waage. Vor allem handelte es sich bei Talenten in der Antike um Vermögenseinheiten. Diese fanden im Gleichnis von den anvertrauten Talenten sogar Eingang in die Bibel. Die Geschichte hierzu ist schnell erzählt: Ein Herr gibt seinen drei Dienern, je nach ihren Fähigkeiten eine unterschiedliche Anzahl von Talenten. Der Diener mit fünf Talenten verdoppelt sein Vermögen. Ebenso ergeht es dem Diener mit zwei Talenten. Der Diener mit einem Talent vergräbt das Geld dagegen und bringt entsprechend keinen Gewinn mit nach Hause. Das Talent wird ihm daraufhin vom Herrn abgenommen und dem reichsten Diener zu seinem Anteil hinzu gezahlt. Aus dieser Geschichte heraus fand das Wort "Talent" im Sinne von Begabung Eingang in die französische und englische Sprache und und wurde später ins Deutsche übernommen.

Das Ausgraben verborgener Talente

Die biblische Geschichte ist in mehrfacher Hinsicht interessant und ein Sinnbild für den Umgang mit Talenten in unserer heutigen Zeit. Mehrere Begabungen gleichzeitig zu besitzen, ist von großem Vorteil und steigert in der Regel die Erfolgsaussichten - vorausgesetzt natürlich, die Talente werden richtig eingebracht. Ein verborgenes Talent ist jedoch wertlos, weil es niemand sinnvoll fördern oder nutzen kann. 

Das Talent Management hat deshalb im ersten Schritt vor allem mit einem zu tun: Dem Ausgraben des Talents. Das Entdecken der (latenten) Talente ist sowohl für neue Kandidaten als auch für bereits bestehende Mitarbeiter relevant. Entsprechend wichtig ist die Rolle der Eignungsdiagnostik beziehungsweise der Personalentwicklung innerhalb des Talent Management.

Je früher ein Talent erkannt wird, desto schneller lässt es sich trainieren und nutzen. Dieses Training ist von entscheidender Bedeutung, da Talent alleine nicht Erfolg generiert. Ganz unabhängig davon, um welche Disziplin es sich handelt, gehört neben der Begabung auch immer ein gewisses Maß an Übung hinzu, um ein Talent wirklich zur Entfaltung zu bringen. Doch wie stellt sich die Suche nach Begabungen beim Talent Management eigentlich praktisch dar?

Nutzbare Talente suchen und fördern

Wenn es um die Suche nach Talenten geht, muss zunächst festgelegt werden, in welche Richtung diese Suche eigentlich steuert. Schließlich gibt es nur eine begrenzte Zahl von Begabungen, die unabhängig von der Branche einen ökonomischen Mehrwert darstellen. Eine herausragende fußballerische Begabung etwa ist nur für Profi-Vereine von besonderem Interesse. 

Im Rahmen der Personalentwicklung geht es für Talent Manager deshalb vor allem darum, Begabungen der Mitarbeiter zu finden und vor allem diese zu fördern, die für zukünftige Führungsaufgaben im Unternehmen Bedeutung haben. Die Eignungsdiagnostik hat entsprechend zum Ziel, die in diesem Zusammenhang relevanten Persönlichkeitsmerkmale herauszufiltern. 

Da in Zeiten des demografischen Wandels und der Digitalisierung der Kampf um die besten Köpfe in Zukunft deutlich härter geführt werden wird, kommt der Aktivierung solcher Potentiale entscheidende Bedeutung zu. 

Wer die Talente seiner Mitarbeiter fördert, kann auf diesem Weg außerdem die Loyalität der Beschäftigten zum eigenen Arbeitgeber erhöhen. Denn wer sich als Talent anerkannt und gefördert fühlt, ist gegenüber Jobangeboten der Konkurrenz in der Regel deutlich weniger aufgeschlossen. Das Talent Management trägt also auch entscheidend zum Wohlfühl-Faktor im Unternehmen bei. 

Mehr Weitblick in Personalentwicklung und Eignungsdiagnostik 

Je weiter die Technik voranschreitet, desto komplexer werden die Zusammenhänge und Arbeitsabläufe. Eine entsprechend höhere Qualifikation ist für immer mehr Stellen unverzichtbar geworden. Dieser Trend wird auch in Zukunft weiter anhalten. Diese Entwicklungen aktiv mitzuverfolgen, wird für Unternehmen immer wichtiger und macht einen regelmäßigen Blick in entsprechende Fachzeitschriften bzw. Portale wie PEATS umso wichtiger. 

Vor allem aber gilt es, in Sachen Personalentwicklung und Eignungsdiagnostik neue Wege zu gehen und den Fokus deutlich auszuweiten. Durch Digitalisierung, Globalisierung und sich schnell wandelnde Prozesse gilt es, nicht den Überblick zu verlieren. Dies betrifft auch den Blick auf aktuelle gesellschaftliche Themen wie die rasche Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen und Migranten. Das Informationszeitalter steckt in vielen Bereichen immer noch in seinen Kinderschuhen. Wissen wird dadurch zu einem immer wichtigeren Gut. Dies umso mehr für die Wirtschaft in Deutschland, die vor allem von ihrer hohen Fähigkeit zur Innovation in den unterschiedlichsten Bereichen profitiert. 

Für die Umsetzung von Innovationen hilft ein hohes Maß an Bildung zwar weiter, muss aber mit entsprechenden intuitiven Fähigkeiten kombiniert werden, die erst im Laufe des Arbeitslebens trainiert werden und sich festigen. Das Entdecken von Talenten durch Eignungstests und die Umsetzung von Personalentwicklungskonzepten im unternehmerischen Bereich haben deshalb immer einen hohen Bezug zur Praxis. 

Der passende Arbeitsplatz ist entscheidend

Die Herausforderungen des Talent Management wachsen weiter, auch wenn bereits ein verborgenes Talent ausgegraben wurde: Hat sich im Rahmen der Eignungsdiagnostik ein Talent gezeigt, geht es im nächsten Schritt darum, dieses effektiv zu fördern. Hierfür stehen unterschiedliche Maßnahmen zur Verfügung. Die wichtigste Rolle spielt dabei das Arbeitsumfeld. 

Daher lautet die erste Frage: Können die erkannten Talente des Mitarbeiters am angedachten beziehungsweise derzeitigen Arbeitsplatz zur Entfaltung kommen? 

Ist dies nicht der Fall, geht es im Weiteren darum, ob der Arbeitsplatz so umgestaltet werden kann, dass die entsprechenden Bedingungen sich verbessern lassen. Antworten hierauf finden Unternehmen vor allem dann, wenn sie über ausgereifte Personalentwicklungskonzepte und Personalstrategien verfügen. Bleiben diese Gedankenspiele ergebnislos, ist der letzte Schritt die Abwägung, ob das Talent für das Unternehmen so wichtig ist, dass es einen kompletten Wechsel des Arbeitsplatzes rechtfertigt. Eine langfristige Strategie ist für die Entscheidung und die optimale Nutzung aller Talente also zwingend notwendig. Entsprechend kommt der Suche nach Talent auch im Bereich Human Resources selbst in Zukunft steigende Bedeutung zu.

Begabung gezielt weiterentwickeln

Neben dem richtigen Einsatzort ist die Förderung besonderer Fähigkeiten durch weitere Maßnahmen notwendig. Hierbei spielen verschiedene Trainingsmaßnahmen und Fortbildungen eine wichtige Rolle. Die Lösung kann aber beispielsweise auch in einem mehrmonatigen Auslandsaufenthalt liegen. Mitarbeitergespräche, internes Mentoring und externes Coaching können hier weitere Bausteine bilden. Welche Techniken beim Talent Management zum Einsatz kommen, hängt entscheidend davon ab, welche Begabungen im Rahmen der Eignungsdiagnostik erkannt wurden. Sind diese eher akademischer Natur, kann auch die Weiterentwicklung in theoretischer Form erfolgen. Zeigen sich im Zuge der Personalentwicklung dagegen praktisch anwendbare Talente, sollten diese auch in der Praxis weiter geübt und manifestiert werden. Ob ein Zusatzstudium parallel zum Beruf oder der Sprung ins kalte Wasser durch einen Neuanfang in der Niederlassung in London der nächste und vor allem richtige Schritt ist, hängt deshalb immer stark von den Zielen und Interessen des Mitarbeiters ab. 

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Stärke oder Schwäche? Ein Gedanke allein entscheidet alles!

Eine anerkennende Haltung gegenüber den eigenen Stärken ist entscheidend, um persönliche Fähigkeiten zu entwickeln

Wer seine Stärken kennt, ist wesentlich motivierter und erzielt bessere Ergebnisse im Job. So der Tenor vieler wissenschaftlicher Studien. Kein Wunder, dass es immer mehr Tests zur Einschätzung eigener Talente und Stärken gibt. Helfen sie wirklich weiter? Führt die Kenntnis der eigenen Stärken tatsächlich zu besseren Ergebnissen, mehr Motivation und weniger Stress?

Es ist ein häufiges Phänomen: Ein Mitarbeiter hat einen Persönlichkeitstest ausgefüllt und ist gespannt auf das Ergebnis. Er will wissen, wo seine Stärken liegen und wie er sie im Job besser einsetzen kann. Endlich, das Ergebnis liegt vor ihm. Neugierig liest der Mitarbeiter, was der Test über ihn enthüllt: Er sei besonders ausdauernd, könne andere Menschen mitreißen, trete auch unter Druck diplomatisch auf und habe einen analytischen Blick für die wichtigen Details. Das hört sich im ersten Moment gut an, sehr gut sogar. Leider ändert sich im späteren Verhalten des Mitarbeiters in den meisten Fällen aber rein gar nichts. Warum?   

Skepsis besiegt jede Stärke

Der Mitarbeiter ist skeptisch, ob das, was er schwarz auf weiß liest, tatsächlich stimmt. Also nimmt er all seinen Mut zusammen und fragt Kollegen oder Freunde, was sie über seine Stärken denken, die der Test aus dem Hut gezaubert hat. Zu seiner Überraschung bestätigen sie ihm das Ergebnis. Und was macht der Mitarbeiter? Er bleibt skeptisch und hat das Gefühl, die anderen wollen ihm nur schmeicheln. Das wiederum spüren seine Freunde und Kollegen. Also geben sie ihm ganz konkrete Beispiele, die ihm zeigen sollen, dass er wirklich über diese Stärken verfügt. Glaubt er es dann? Nein – in vielen Fällen nicht. Also bleibt alles beim Alten.  Obwohl der Mitarbeiter seine Stärken jetzt kennt und von seinem Umfeld sogar erfahren hat, wie er sie im Berufsalltag nutzen kann, erzielt er keine besseren Ergebnisse. Sind die Tests also doch unzuverlässig? Nein, in den meisten Fällen nicht. Und was ist mit den Freunden und Kollegen: Haben sie sich geirrt? Wohl kaum. Warum nutzt er dann seine Stärken nicht effektiver? Das Problem liegt an einer ganz anderen Stelle. Es hat nichts mit dem Erkennen der eigenen Stärken zu tun, sondern mit dem Anerkennen. Uns können andere Menschen noch so oft sagen, dass sie eine besondere Fähigkeit von uns bewundern. Wenn wir daran nicht selbst glauben, verpufft auch das beste Lob.   

Unser größter Feind sind unsere negativen Gedanken

Bei der Unfähigkeit, die eigenen Stärken anzuerkennen, verhält es sich ähnlich wie bei einer Reihe Dominosteine, wo der erste umfallende Stein eine Kettenreaktion auslöst und alle weiteren Steine mit sich reißt. Ein negativer Gedanke, dass wir eine bestimmte Sache nicht können, hat enorme Auswirkungen auf unser Verhalten und damit letztlich auf die Ergebnisse, die aus diesem Verhalten resultieren.  Um es an einem Beispiel deutlich zu machen: Ein Mitarbeiter soll bei einem Meeting eine Präsentation halten. Schon bei der Vorstellung daran bekommt er kalte Füße, denn er hat in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit dem Präsentieren gemacht. In seinem Hirn hat sich der Gedanke verfestigt: „Mir hören die anderen doch sowieso nicht zu, ich präsentiere viel zu langweilig und uninteressant.“ Dieser negative Gedanke führt zwangsläufig zu einem unsicheren Auftreten. Dementsprechend schwach ist dann auch die Wirkung seiner Präsentation. Und der Mitarbeiter denkt sich: „Ich hab‘s ja gleich gewusst.“  Das Tragische daran: Wenn die sich selbst erfüllende Prophezeiung erst einmal in Gang gebracht wurde, ist sie kaum noch zu stoppen. Ein einziger negativer Gedanke führt zu unsicherem Verhalten, das wiederum zu schwachen Ergebnissen führt. Die schwachen Ergebnisse erhärten wiederum unsere negativen Gedanken. Je mehr schlechte Erfahrungen wir machen, umso stärker der negative Gedanke. Mit jedem Mal wächst unsere Gewissheit: „Ich kann es einfach nicht. Da kann ich mich anstrengen wie ich will. Es klappt halt nicht.“ Albert Einstein hat es so auf den Punkt gebracht: „Die einzigen wirklichen Feinde eines Menschen sind seine eigenen negativen Gedanken.“  

Training macht manchmal alles noch schlimmer

Es ist schon fast paradox: So viele Menschen haben die Schwierigkeit, ihre eigenen Stärken anzuerkennen. Aber es fällt ihnen überhaupt nicht schwer, sich einzureden, was sie alles nicht können. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Nach seiner schlechten Erfahrung bei der letzten Präsentation hat unser Mitarbeiter zwei Möglichkeiten.  

  1. Er entscheidet sich, keine weiteren Präsentationen mehr zu halten. Lieber bleibt er in seinem Büro, hinter seinem Schreibtisch, vor seinem PC. Aber bloß nie wieder präsentieren!
  2. Oder er ergibt sich widerwillig in sein Schicksal und präsentiert, weil es entweder sein Job erfordert oder weil sein Chef es von ihm erwartet.   

Im ersten Fall ist alles klar: „Komfortzone, ich komme. Bloß kein weiteres Risiko mehr.“ Im zweiten Fall wird es schwierig. Er muss seine Komfortzone verlassen und das Risiko eingehen, wieder enttäuscht zu werden. Um dem Mitarbeiter zu helfen, bietet der Vorgesetzte ihm an, auch zu anderen Gelegenheiten zu präsentieren, denn „Übung macht den Meister“. Oder die Personalabteilung schickt ihn auf ein Seminar – in der Hoffnung, dass er dort sicherer im Präsentieren wird.  Beides ist zwar gut gemeint, führt in den meisten Fällen aber zu gar nichts – außer zu noch mehr Frust beim Mitarbeiter und Enttäuschung beim Vorgesetzten. Die Ergebnisse werden trotz Training nicht besser. Aber woran liegt das? Der Grund ist letztlich sehr trivial: Es wird auf der falschen Ebene angesetzt, auf der Verhaltensebene. Wenn aber der Auslöser des unsicheren Verhaltens, also der negative Gedanke, nicht verändert wird, bringt häufiges Üben keine Verbesserung. Im Gegenteil, es macht alles nur noch schlimmer.  Jede weitere Präsentation verstärkt den negativen Kreislauf. Beginnen wir mit der Einstellung, dass wir es sowieso nicht schaffen, interessant zu präsentieren, bleibt die Unsicherheit bestehen, was natürlich zu schlechten Ergebnissen führt. Während häufiges Üben bei einem Mitarbeiter mit selbstsicherem Denken zu noch mehr Selbstsicherheit führt, führt es bei einem negativen, verunsicherten Denken zu noch mehr Unsicherheit.  

Wann Trainings erfolgreich sind

Wer die Notwendigkeit sieht, seine Fähigkeiten zu stärken, um bessere Resultate zu erzielen, sollte sich zuerst darüber klar werden, mit welcher Einstellung er etwas in Angriff nimmt. Sobald er feststellt, dass er sich schwer tut, eigene Stärken anzuerkennen, ist der erste Schritt, diesen im wahrsten Sinne des Wortes schwächenden Gedanken zu verändern. Erst dann macht es Sinn, seine Fähigkeiten zu trainieren.  Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Negativspirale zu unterbrechen.  

Wie Sie negative Gedanken verändern

1.Neu fokussieren Sie befinden sich in einer mentalen Sackgasse und fokussieren ausschließlich auf die negative Seite einer „Stärke“. Sie halten sich beispielsweise für pedantisch und blenden leider aus, dass Sie dadurch in vielen Situationen gewissenhaft und genau sind. In solchen Fällen ist es hilfreich, sich an konkrete Beispiele zu erinnern, wo es Ihnen geholfen hat, Aufgaben überlegt und ordentlich zu erledigen. Suchen Sie nach mindestens drei verschiedenen Beispielen, sonst denken Sie vielleicht noch, dass es sich bei dem einen Beispiel nur um einen Zufallstreffer handelt.  

2. Den Zweifel in Zweifel ziehen Sie zweifeln an Ihren Stärken und Leistungen. Sobald Ihnen etwas gut gelungen ist, beginnt Ihre innere Stimme Ihnen einzuflüstern, dass es ein Zufall war und nichts mit Ihnen zu tun hat. Den Zweifel zu beseitigen, indem man sich einredet, dass es doch die eigene Leistung war, führt nur zu weiteren Zweifeln. Sehr viel effektiver ist es, den Zweifel selbst zu hinterfragen: Was hindert mich daran, meine Stärken anzuerkennen? Stecken negative Erfahrungen oder Ängste dahinter? Und sind es die eigenen oder die von Personen, die mich in der Vergangenheit geprägt haben: Eltern, Lehrer, Bekannte? Gebe ich den Zweifeln vielleicht nach, weil ich mich in der Rolle des Skeptikers sicherer fühle? Oder sind meine eigenen Ansprüche an mich selbst zu hoch? Wie kann ich dieses Hindernis überwinden? Welchen Nutzen habe ich davon, wenn ich es schaffe, das Hindernis zu überwinden? 

3.Verallgemeinerungen auflösen Ein einziger Vorfall, wo Ihnen etwas nicht so gelungen ist wie erhofft – und schon ziehen Sie daraus die allgemeine Schlussfolgerung, etwas nicht zu können. Achten Sie auf typische Verallgemeinerungen wie „nie“, „immer“, „nichts“, „alles“. Diese Formulierungen führen dazu, dass Sie sich selbst in eine bestimmte Schublade stecken. Wenn Sie feststellen, dass Sie diese übertriebenen Verallgemeinerungen verwenden, suchen Sie bewusst nach positiven Ausnahmen. Wo ist Ihnen etwas „wider Erwarten“ gut gelungen, als Sie eine bestimmte Fähigkeit eingesetzt haben. Und wo noch?  

4.Fehler produktiv nutzen Ihnen ist ein Fehler unterlaufen. Sie kritisieren sich dafür und fragen sich, wie Ihnen so etwas passieren konnte. Nicht nur einmal, sondern immer wieder. Obwohl Sie wissen, dass es vergangen ist, fällt es Ihnen schwer, sich davon zu lösen. Den begangenen Fehler aus den eigenen Gedanken zu streichen, macht keinen Sinn. Er lässt sich nicht verdrängen. Sehr viel sinnvoller ist es, den Fehler als Erfahrung für die Zukunft zu nutzen. Fragen Sie sich: Was kann ich aus dieser Situation lernen? Was ist vielleicht sogar das Gute daran, dass es so gekommen ist?  

Bild: Ant Rozetsky  @unsplash.com

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